ACG Neues Selbstbewusstsein

Nach einem verhaltenen Geschäftsjahr 2001 legt ACG wieder schwarze Zahlen vor. Unternehmenschef Cornelius Boersch begründet die Wende mit Kosteneinsparungen und einem veränderten Geschäftsmodell.
Von Harald Grimm

Wiesbaden/Hamburg – Die am Neuen Markt notierte ACG  ist in die Gewinnzone zurückgekehrt. Nach einem tiefroten dritten und vierten Quartal 2001 stieg das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres auf 1,8 Millionen Euro, hieß es in einer Ad-hoc-Mitteilung am Dienstagmorgen. Damit übertraf das Unternehmen die Analysten-Prognosen, die nach VWD-Angaben bei minus 0,7 Millionen Euro lagen.

Der Überschuss belief sich nach Unternehmensangaben auf 114.000 Euro. Das erste Quartal sei vor allem deshalb erfreulich verlaufen, weil das erste Halbjahr bei ACG sonst traditionell schwach sei.

Aktie zieht nach Zahlen an

Die Börse regierte auf die Zahlen mit einem deutlichen Plus. Am Vormittag notierte das Papier rund 2,7 Prozent fester auf 4,54 Euro.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum musste ACG im ersten Quartal jedoch einen deutlichen Umsatzeinbruch von 36 Prozent auf 67,73 Millionen Euro erleiden. Der Gewinn fiel um 54 Prozent. Trotz des Rückgangs peilt ACG im Jahr 2002 den Vorjahresumsatz an. Dieser betrug im Jahr 2001 343,5 Millionen Euro.

Betonung auf andere Geschäftsfelder

CEO Cornelius Boersch ist dennoch zufrieden: ACG ziehe sich zunehmend vom zwar umsatzstarken, aber risikoreichen und niedrigmargigen Chipbrokergeschäft zurück und konzentriere sich stattdessen auf andere Geschäftsfelder, in denen höhere Profite bei geringeren Umsätzen zu erzielen seien, sagte der Firmengründer in einem Gespräch mit mm.de.

"Wir sehen uns als unabhängiger Komponenten- und Technologielieferant", so Boersch. Das klassische Chipbrokergeschäft mache nur noch knapp ein Viertel des Geschäfts aus, rund die Hälfte entfalle auf den Bereich Smart Cards. Für diese Datenträger, einer Weiterentwicklung der aus dem Einzelhandel bekannten Barcodes vergleichbar, wird für das laufende Jahr eine Wachstumsrate von über 20 Prozent prognostiziert.

Der neue Optimismus spiegelt sich im Unternehmensbild wider: War das Jahr 2001 noch geprägt von Restrukturierungen, Sparmaßnahmen und Entlassungen im Verwaltungsbereich, stellt ACG derzeit wieder neue Mitarbeiter für den Vertrieb ein. "Wir haben im vergangenen Jahr gute Kundenverträge unterzeichnen können und sind in der glücklichen Lage, einige Jahre zu liefern", sagte Boersch.

Bereinigung auf dem Halbleitermarkt

Probleme sieht Boersch noch auf dem Halbleitermarkt. Immer noch gebe es Überkapazitäten und das Preisniveau sei weit von einem kostendeckenden Niveau entfernt. Eine Erholung sei angesichts des schwierigen Vorjahres allenfalls relativ. "Dennoch ist es ein Markt, in dem wir derzeit nicht tätig sein wollen, weil man dort kein Geld verdienen kann", sagte Boersch.

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