British Airways Analysten überrascht

Trotz des Rekordverlustes schlägt die größte europäische Fluglinie die Erwartungen.

London - British Airways  hat im Geschäftsjahr 2001/2002 (31. März) das schlechteste Vorsteuer-Ergebnis seit ihrer Privatisierung im Jahr 1987 erwirtschaftet. Zugleich aber überraschten die am Pfingstmontag vorgelegten Zahlen die Analysten positiv und verliehen daher der BA-Aktie Auftrieb. Die West LB stufte das Papier von "Neutral" auf "Outperform" hoch. Die Aktie stieg am Nachmittag in Frankfurt um rund vier Prozent auf 3,90 Euro.

200 Millionen Pfund habe der Verlust vor Steuern im abgelaufenen Geschäftsjahr betragen, teilte die britische Fluggesellschaft in London mit. Im Vorjahr hatte der Konzern noch einen Gewinn vor Steuern von 150 Millionen Pfund ausgewiesen.

7000 Stellen wurden gestrichen

Einbrüche bei Langstreckenflügen und die wachsende Konkurrenz der Billigfluggesellschaften seit dem Terroranschlag in den USA am 11. September 2001 hatten das Unternehmen nach eigenen Angaben in die Bredouille gebracht. Es reagierte mit starken Kostenreduzierungen - unter anderem wurden 7000 Arbeitsplätze gestrichen. Anvisiert sei die Kürzung von insgesamt 13.000 Stellen.

Die Sparmaßnahmen des Unternehmens hätten sich vor allem auf die Kostenentwicklung zwischen Anfang Januar und Ende März dieses Jahres ausgewirkt. So seien die Gesamtkosten im letzten Geschäftsquartal 2001/2002 um 12,1 Prozent gesunken, im vollen Geschäftsjahr um 5,9 Prozent. Dabei seien die einmaligen Kosten für die Umstrukturierungen nicht eingerechnet worden, hieß es.

Passagieraufkommen gefallen

Der Verlust vor Steuern stieg im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal von 65 Millionen auf 85 Millionen Pfund. Zugleich verbesserte sich das operative Ergebnis um 96 Millionen Pfund auf ein Plus von 35 Millionen Pfund. Die Auslastung erhöhte sich um 5,1 Prozent auf 72,1 Prozent. Im Gesamtjahr jedoch sank sie um 1 Prozent auf 70,4 Prozent. Zugleich wurde jedoch die in Sitzkilometern gemessene Passagier-Kapazität im vierten Quartal um 12,6 Prozent zurückgefahren, im Gesamtjahr um 12,4 Prozent. Das Passagieraufkommen in Kilometern sei im vierten Quartal um 5,9 Prozent und im Gesamtgeschäftsjahr um 13,7 Prozent gesunken.

Keine Dividende fürs abgelaufene Geschäftsjahr

Die Marktlage im laufenden Jahr werde wohl eher schwach bleiben, sagte Unternehmenschef Rod Eddington. Offen blieb die Frage, wann BA wieder eine Dividende zahlen werde. Für das abgelaufene Geschäftsjahr wird es nach Unternehmensangaben keine Schlussdividende geben.

Merrill Lynch bestätigt Kaufempfehlung

Investmentbanken reagierten auf die Ergebnisse am Morgen positiv. Merrill Lynch bestätigte die Aktie der britischen Fluggesellschaft mit "Buy", während Goldman Sachs bei "Market Outperformer" blieb, das Kursziel mit 280 Pence bestätigte und die Aktie ebenfalls zum Kauf empfahl. Die West LB stufte die Aktie von "Neutral" auf "Outperform" hoch.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.