DAB Neuer Markt - Macht das noch Sinn?

Die Direktbank erwägt den Rückzug vom Neuen Markt und erwartet auch 2002 rote Zahlen.

Düsseldorf/München - Die DAB Bank  droht mit dem Rückzug vom Neuen Markt. "Wir überlegen ernsthaft, uns aus dem Neuen Markt zurückzuziehen", sagte der Vorstandschef Matthias Kröner dem Handelsblatt (Dienstagausgabe). Nach den jüngsten Entwicklungen an der einstigen Wachstumsbörse müsse gefragt werden, welchen Sinn eine Notierung dort habe.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Hamburger Psephos-Instituts im Auftrag des "Handelsblatt" kam zu dem Ergebnis, dass rund 83 Prozent der befragten Manager die Glaubwürdigkeit des Wachstumssegments durch die Skandale der letzten Monate und Jahre beeinträchtigt sehen.

Das defizitäre Auslandsgeschäft des zur HypoVereinsbank gehörenden Online-Brokers will Kröner durch Partnerschaften stärken. Gespräche mit potenziellen Partnern liefen bereits. Angestrebt werde ein Zusammenschluss mit einem größeren Online-Dienstleister, der wie die DAB selbst in mehreren Ländern vertreten ist.

Kröner geht davon aus, dass sein Unternehmen in diesem Jahr erneut rote Zahlen schreiben dürfte. 2003 solle die DAB Bank aber profitabel sein. Das gehe aber nur, wenn der strikte Sparkurs fortgesetzt werde. So würden in diesem Jahr noch einmal 80 Stellen wegfallen.

Auf die Frage, mit welchen Firmen gesprochen werde, sagte Kröner: "Die Liste der großen Online-Anbieter wird immer kürzer." Zu den großen Spielern in Europa zählten etwa Fimatex, eine Tochter der französischen Großbank Societe Generale, und die britischen Anbieter Egg und If, berichtet die Zeitung weiter. Societe Generale hatte erst kürzlich mit dem Interesse an Consors ihre Expansionsgelüste nachhaltig demonstriert.

Mit der Partnersuche reagiere Kröner auf die Übernahme von Consors durch BNP Paribas. BNP will Consors mit der eigenen Online-Tochter Cortal zusammenlegen, wodurch einer der größten Online-Anbieter Europas mit 1,2 Millionen Kunden entsteht.

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