Degussa Verhaltene Bilanz

Der Spezialchemiekonzern enttäuscht. Auch der Ausblick kann die Stimmung nicht heben.

Düsseldorf - Der Spezialchemiekonzern Degussa  hat mit seinen Quartalszahlen am Montag die Erwartungen der Analysten enttäuscht. Degussa erwartet zwar für das Gesamtjahr 2002 im Kerngeschäft unverändert eine Steigerung von Umsatz, EBITA und Betriebsergebnis. Die Belebung werde jedoch frühestens im zweiten Halbjahr einsetzen.

Konzernergebnis bei sechs Millionen Euro

Der Umsatz sank im ersten Quartal 2002 um zwei Prozent auf drei Milliarden Euro und blieb im Rahmen der Erwartungen. Dagegen waren alle Ergebniskennziffern zum Teil erheblich niedriger als die von vwd befragten Analysten es prognostiziert hatten. So erreichte das Konzernergebnis mit sechs (Vorjahr: 117) Millionen Euro nur ein Zehntel der im Durchschnitt vorhergesagten 60 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis lag mit 114 (Vorjahr: 95) Millionen Euro zwar klar über Vorjahr, doch auch hier war ein höheres Ergebnis erwartet worden.

Gewinn um zwei Prozent gestiegen

Im Kerngeschäft sei der Umsatz um drei Prozent auf 2,7 Milliarden Euro und das EBITA um zwei Prozent auf 190 Millionen Euro gestiegen, hieß es von Degussa weiter. Erfolgreich seien im ersten Quartal vor allem die Bereiche Performance-Chemie sowie Fein- und Industriechemie gewesen.

Verhaltener Ausblick

Auch im ersten Quartal 2002 habe sich das konjunkturelle Umfeld gegenüber den Vormonaten noch nicht grundlegend verbessert, erläuterte die Eon-Tochter Degussa. Der Umsatzzuwachs im Kerngeschäft sei ausschließlich durch Zugänge zum Konsolidierungskreis und Währungseinflüsse entstanden. Die Absatzmengen seien dagegen - bei stabilen Verkaufspreisen - um zwei Prozent rückläufig gewesen. Das verbesserte Betriebsergebnis, also das operative Ergebnis nach Zinsen, sei darauf zurückzuführen, dass sich die Zinsaufwendungen aufgrund der niedrigeren Verschuldung nahezu halbiert hätten.

Im Gegensatz zum ersten Quartal 2001, als Degussa eine Steurergutschrift von 69 Millionen Euro erhalten habe, sei in diesem Jahr ein Ertragsteueraufwand von 26 Millionen Euro entstanden, was einer Steuerquote von 43 Prozent entspreche. Daher sei der Konzernüberschuss der fortgeführten Bereiche mit 34 (74) Millionen Euro deutlich niedriger ausgefallen.

Die Degussa-Aktie verlor am Montag nach Bekanntgabe der Ergebnisse rund zwei Prozent. "Die Zahlen von Degussa haben die Erwartungen nicht erfüllt", kommentierte ein Händler der Privatbank Julius Bär in Frankfurt die schwächere Tendenz der Aktie.