Deutsche Börse Xetra leidet unter der Flaute

"Der Dampf ist raus", sagt eine Analystin. Nach Vorlage der Geschäftszahlen verliert die Aktie.

Frankfurt am Main - Die Aktie der Deutschen Börse  hat am Mittwoch nach Vorlage der Quartalszahlen bei hohen Umsätzen leicht verloren. Sie rutschte bis zum Nachmittag um 0,3 Prozent ins Minus auf 48,90 Euro. "Die Zahlen lagen im Rahmen der Erwartungen, auch wenn die Umsätze in allen Bereichen rückläufig gewesen sind", sagte Analyst Volker von Krüchten von der BHF-Bank in Frankfurt. Das leichte Minus des Unternehmens sieht er daher in Gewinnmitnahmen begründet.

Trotz der Übernahme des Finanzdienstleisters Entory habe sich das IT-Segment ziemlich schwach entwickelt. "Das ist aber der einzige Wermutstropfen", sagte er. Die Terminbörse Eurex stehe dagegen sehr gut da, was die Schwäche bei Xetra wieder ausgleiche. "Die Deutsche Börse hat zwar einen Umsatzrückgang zu verzeichnen, insbesondere wenn man Entory herausrechnet, die Margen hingegen sehen sehr gut aus", ergänzte der Experte. Das sei "das Entscheidende".

Auch für die Analystin Birgit Grüner von der Bankgesellschaft Berlin waren die Zahlen nicht überraschend. "Der Dampf ist allerdings etwas raus, weshalb wir die Aktie von "Akkumulieren" auf "Halten" heruntergestuft haben", sagte sie. So sei seit dem 11. September die Euphorie beim Derivategeschäft abgeklungen und habe sich auf "hohem Niveau eingependelt".

Ein weiterer Analyst ergänzte kritisch: "Das Ergebnis ist im Vergleich zum Umsatz sehr gut, aber ich gehe davon aus, dass die Deutsche Börse im ersten Quartal einige Kosten nicht gebucht hat. Das wird sich wohl im Laufe des Jahres zeigen", sagte er.

Ebit knapp unter Vorjahresquartal

Die Deutsche Börse hat trotz der Flaute an den Aktienmärkten das Rekordergebnis des ersten Quartals in diesem Jahr nahezu wiederholt. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) blieb mit 87,4 Millionen Euro zwar unter dem des Vorjahresquartals von 90,2 Millionen Euro, dies enthielt aber außergewöhnliche Erträge von 4,4 Millionen Euro. Damit habe die Deutsche Börse faktisch das bislang beste Quartalsergebnis der ersten drei Monate des Jahres 2001 wiederholt und bleibe 2002 auf Wachstumskurs, erklärte das Unternehmen am späten Dienstagabend.

"Das starke erste Quartal bestätigt unsere ehrgeizige Erwartung für das Jahr 2002 von rund 300 Millionen Euro beim Ebit ohne zu erwartende Integrationseffekte nach der Übernahme von Clearstream," sagte Finanzvorstand Mathias Hlubek. Die Terminbörse Eurex legte kräftig zu, der elektronische Handel Xetra litt dagegen unter der Flaute an den Aktienmärkten

Der Umsatz verbesserte sich einschließlich Entory um sieben Prozent auf 204,9 Millionen Euro. Die höchsten Umsatzerlöse erzielte die Terminbörse Eurex mit einem Anstieg von 61,3 auf 73,7 Millionen Euro. Beim elektronische Handelssystem Xetra verringerte sich der Umsatz dagegen von 66,3 auf 55,0 Millionen Euro. Im Segment Information Products stieg der Umsatz um rund 20 Prozent auf 29,5 Millionen Euro und der Umsatz im Segment Information Technology wuchs um rund 26 Prozent auf 46,7 Millionen Euro nach der Einbeziehung von Entory.

Auch beim Ergebnis erwies sich Eurex als stärkstes Segment. Mit einem Anstieg von 27,9 auf 35,8 Millionen Euro wurde der Rückgang bei Xetra von 13,4 auf 11,1 Millionen Euro überkompensiert. Information Products hat das Ebit mehr als verdoppelt von 2,8 auf 7,8 Millionen Euro. Information Technology trug 14,6 Millionen Euro zum Ergebnis bei nach 34,2 Millionen Euro im ersten Quartal 2001.

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