EM.TV Weiter tief in der Verlustzone

Der angeschlagene Medienkonzern reduziert seine Verluste in 2001, wagt aber keine Prognose.

Unterföhring - Die auf Jugend-TV-Programme und Werbeartikel spezialisierte EM.TV & Merchandising AG (Kurswerte anzeigen) konnte ihre Verluste im Geschäftsjahr 2001 deutlich verringern. Das Konzernergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit belaufe sich auf minus 331 Millionen Euro nach minus 1,34 Milliarden Euro im Vorjahr, teilte das Unternehmen am Montag mit. Die Aktie notierte am Vormittag mit fünf Prozent auf 1,45 Euro im Plus.

Belastet wurde das Ergebnis durch Sonderabschreibungen von 240 Millionen Euro auf immaterielle Vermögensbestände und Beteiligungen, hieß es. Den Fehlbetrag im Konzern gab das Unternehmen mit 374 Millionen Euro an. Im Vorjahr hatte EM.TV noch ein Minus von 1,35 Milliarden Euro ausgewiesen. Durch den im Jahresverlauf mehrmals geänderten Ausweis der Formel-1-Beteiligung sei der Konzernabschluss allerdings nur eingeschränkt mit dem Vorjahr vergleichbar, hieß es.

"Trendwende im operativen Geschäft erreicht"

Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg binnen Jahresfrist von 40 Millionen Euro auf 286 Millionen Euro. Damit sei die Trendwende im operativen Geschäft erreicht, hieß es.

Den Konzernumsatz steigerte EM.TV von 656 Millionen Euro auf 722 Millionen Euro. In die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 126 Millionen Euro sind der Erlös aus dem Verkauf der Beteiligung von 8,2 Prozent an der Crown Media Holding und Wechselkursgewinne im Zusammenhang mit der Formel-1-Beteiligung eingeflossen.

Durch die Entkonsolidierung der Formel-1-Gruppe nahmen die Finanzverbindlichkeiten von 2,1 Milliarden Euro auf 564 Millionen Euro ab. Den Wertansatz der Formel-1-Beteiligung (Speed Investments/SLEC Holdings) gab EM.TV mit 204 Millionen Euro an. Die Speed-Anteile seien unverändert an die Banken verpfändet, der Verkauf nach wie vor geplant.

Die Restrukturierung des Konzerns sei durch das Marktumfeld erschwert worden. Die Krise im Pay-TV, die Verzögerungen beim Ausbau der Kabelnetze in Deutschland und der weltweit rückläufige Werbemarkt hätten die Programm-Nachfrage belastet und zu hohen Wertberichtigungen geführt.

Lizenzgeschäft laufe gut - Keine Prognose

Seit der zweiten Jahreshälfte 2001 habe sich das Kerngeschäft Lizenzhandel und Merchandising "wieder erfolgreich entwickelt". Im Jahr 2004 soll das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) wieder positiv ausfallen.

Eine Aussage zum ersten Quartal 2002 oder einen Ausblick auf das Gesamtjahr 2002 wollte der Konzern dennoch nicht wagen. "Für quantifizierbare Prognosen ist es noch zu früh", sagte ein EM.TV-Sprecher auf Anfrage. Die schwierigen Rahmenbedingungen seien aber noch nicht verschwunden.

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