Consors Zuteilung sorgt für Ärger

Auf rund 80 Euro pendelte sich die Erstnotiz des Internet-Brokers am Neuen Markt ein. Die vorbörsliche Kurstaxe lag sogar bei 76 bis 81 Euro. Das Zuteilungsverfahren sorgt für Ärger.

Frankfurt - Der erste Handelstag war für Consors-Zeichnungsgewinner erfolgreich. Wer die Papiere während des Bookbuildings für 33 Euro ergatterte, konnte bis Mittag weit über 100 Prozent Gewinn mitnehmen. Doch nach einem kurzfristigen Hoch bei 84 Euro fiel der Kurs zur Kasse auf rund 75 Euro. Erst am Nachmittag erholte sich die Notierung leicht.

Elf Millionen Aktien des ersten deutschen börsennotierten Online-Brokers waren vom 19. bis 23.April in einer Preisspanne von 28 bis 33 Euro angeboten worden. Die Emission war vielfach überzeichnet. Rund 55 Prozent gingen an 72.000 Consor-Kunden.

Consors veröffentlichte den Zuteilungsschlüssel und sorgte damit bei nicht wenigen Kunden für Ärger. Danach kamen nicht nur die ältesten Kunden am besten weg. Die meisten Aktien teilte der Discountbroker seinen 3000 besten Kunden zu. Sie erhielten bis zu 300 Stück und konnten so am ersten Handelstag rund 15.000 Euro Gewinn einstreichen. Die Mehrzahl der Kunden mußte sich dagegen mit 23 Aktien zufriedengeben.

Beim Kursmakler Schnigge notierte die Aktie vorbörslich mit 76 bis 81 Euro. Die Erstnotiz zeigt, daß die Schätzung nicht überhöht war. Mit den Reizworten "Internet" und "Finanzdienstleister" trifft Consors auch langfristig den Nerv vieler Anleger, die beides als Zukunftsbranche mit hohen Zuwachsraten einstufen. In den USA laufen Aktien vergleichbarer Anbieter sehr gut. Das Papier von Charles Schwab etwa legte innerhalb eines Jahres knapp 400 Prozent zu.