Commerzbank Alles soll besser werden

Das neue Jahr beginnt wie das alte endet - schwach. Doch der Vorstand verbreitet Optimismus.

Frankfurt - Das Vorsteuerergebnis der Commerzbank  ist im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres auf rund 150 Millionen Euro eingebrochen. Das teilte der Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller am Dienstag in Frankfurt mit. Nach wie vor geht er jedoch von einem Vorsteuerergebnis von 700 bis 800 Millionen Euro für das Gesamtjahr aus.

Mögliche Beteiligungsverkäufe und ein Ertrag aus der Entkonsolidierung der Rheinhyp - die Rheinhyp wird mit den Hypothekentöchtern von Dresdner Bank und Deutscher Bank verschmolzen - seien hier nicht enthalten.

2001 bezeichnete Müller als das für die gesamte Branche schwierigste Jahr seit zwei Jahrzehnten. Nach endgültigen Zahlen erzielte die Bank einen Jahresüberschuss von 102 Millionen Euro und damit zehn Millionen Euro mehr als am 4. Februar bei der Bekanntgabe der vorläufigen Zahlen veröffentlicht worden war. Vor einem Jahr hatte die Commerzbank allerdings noch einen Überschuss von 1,342 Milliarden Euro ausgewiesen.

Privatkundengeschäft bricht zusammen

Im Geschäftsfeld Privatkunden musste die Bank ein negatives Ergebnis hinnehmen. Nach Restrukturierungsaufwendungen lag das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit bei minus 185 Millionen Euro nach einem Plus von 1,368 Milliarden Euro im Vorjahr. Nach Steuern wurden minus 112 Millionen Euro ausgewiesen im Vergleich zu plus 752 Millionen Euro im Jahr zuvor. Der Jahresüberschuss in dem Geschäftsfeld sank von 751 auf minus 78 Millionen Euro. Der Verwaltungsaufwand sei von 1,717 auf 2,064 Milliarden Euro gestiegen. Die Eigenkapitalrendite von ehemals 48,2 Prozent schrumpfte auf minus 5,2 Prozent.

Zu dem negativen Ergebnis habe vor allem der Rückgang der Provisionen aus dem Wertpapiergeschäft um über 300 Millionen Euro beigetragen, erklärte Vorstandssprecher Müller.

Verluste in der Vermögensverwaltung steigen

Auch in der Vermögensverwaltung (Asset Management) schnitt die Bank schlechter als im Vorjahr ab. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit nach Restrukturierungsaufwendungen fiel von minus 31 auf minus 174 Millionen Euro. Nach Steuern standen statt minus 20 Millionen Euro nun minus 143 Millionen Euro in der Bilanz. Der Jahresüberschuss wurde mit minus 165 Millionen Euro nach minus 39 Millionen Euro im Vorjahr festgestellt.

Im Asset Management gelang es dem Finanzinstitut ebenso wenig wie im Privatkundengeschäft, eine positive Eigenkapitalrendite zu erzielen. Sie sank von 34,9 auf minus 4,4 Prozent. Die Aufwandsquote von 142 Prozent zeige deutlich, dass "dringender Handlungsbedarf" bestehe, sagte Müller. Nun soll das Asset Management neu ausgerichtet werden.

Die im Geschäftsjahr 2001 erzielte Eigenkapitalrendite von 0,9 Prozent und die Aufwandsquote von 82,4 Prozent bezeichnete Müller als "indiskutabel". Hier soll durch strukturelle Maßnahmen und strategische Fokussierung eine deutliche Verbesserung erzielen. Die ersten Monate des laufenden Jahres bestärkten diese Zuversicht. Dies gelte vor allem für den Zinsüberschuss, der gegenüber dem Vorjahr leicht gesteigert worden sei. Dieser Trend solle weiter anhalten, betonte Müller. Dagegen habe die gestiegene Risikovorsorge belastet, fügte Müller hinzu.

Risikovorsorge soll auf eine Milliarde Euro steigen

Für das Jahr 2002 rechne die Commerzbank mit einer Risikovorsorge von mehr als einer Milliarden nach 927 Millionen Euro im Vorjahr. Die Zahl der Insolvenzen werde nach der konjunturellen Flaute noch steigen, erläuterte der Vorstandssprecher.

Nicht zufrieden sei die Commerzbank mit der Entwicklung des Provisionsüberschusses. Die Kunden seien bei den Wertpapiergeschäften weiter sehr zurückhaltend. Allerdings zeigten sowohl der Zahlungsverkehr als auch das Asset Management leichte Zuwächse.