Tarife Warnung vor Eskalation

Im Bankgewerbe haben am Freitag mehr als 8000 Menschen die Arbeit niedergelegt. Knackpunkt ist nach wie vor das Thema Samstagsarbeit. Die Gewerkschaften drohen jetzt mit Großstreiks in Frankfurt.

Berlin - Im Tarifkonflikt des Bankgewerbes haben die Gewerkschaften DAG und HBV die Arbeitgeber am Freitag ultimativ zur Rückkehr an den Verhandlungstisch aufgefordert. Sollte es bis zum Monatsende nicht zu einem Ergebnis kommen, drohe eine Eskalation des Konflikts, warnten die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft (DAG) und die Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV). An erneuten Streiks beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben etwa 8000 Beschäftigte. Allein in Berlin, wo am zweiten Tag in Folge gestreikt wurde, hätten 5000 Menschen gegen die Forderung der Arbeitgeber nach Wiedereinführung der Samstagsarbeit protestiert.

HBV und DAG drohten eine Ausweitung der Streiks an, falls es nicht bis zum Monatsende zu einem neuen Gehaltstarifvertrag komme. Dann stehe Anfang Mai in der Bankenmetropole Frankfurt ein Großstreik an. Den Samstag als Regelarbeitstag lehnten sie erneut vehement ab. Zugleich aber forderten sie die Banken zur Klarstellung auf, in welchen Bereichen samstags gearbeitet werden solle und wie viele zusätzliche Arbeitsplätze zu erwarten seien.

Neben Berlin, wo nach Gewerkschaftsangaben 150 Filialen vom Streik betroffen waren, gab es Arbeitsniederlegungen auch in Hamburg, Karlsruhe, Stuttgart und Dresden. An Streiks und Protestkundgebungen in den Städten hätten sich mehrere tausend Menschen beteiligt. Es sei zu erheblichen Störungen im Zahlungsverkehr gekommen. Die Tarifverhandlungen waren Ende März abgebrochen worden, weil sich Arbeitgeber und Gewerkschaften in der Frage der Samstagsarbeit nicht einigen konnten.