Software AG Wieder mal verrechnet

Die schlechten Nachrichten häufen sich. Schon wieder muss das Unternehmen die Prognosen kürzen.

Darmstadt - Die Software AG  hat ihre Umsatz- und Ergebnis-Prognosen für das erste Quartal 2002 vor allem wegen geschwundener Lizenzeinnahmen gesenkt. Der Umsatz werde 116 Millionen Euro betragen statt der bisher erwarteten 124 bis 128 Millionen Euro, teilte das im MDax notierte Software-Unternehmen am Montag nach Börsenschluss in Darmstadt mit. Im entsprechenden Vorjahresquartal seien 128 Millionen Euro umgesetzt worden. Die Software AG erwarte "ein leicht negatives Nettoergebnis" nach einem Fehlbetrag von 1,5 Millionen Euro.

Erst Anfang März hatte das Unternehmen eine Gewinnwarnung ausgegeben und seine Prognosen gesenkt. Zudem geriet die Software AG ins Visier des Bundesaufsichtamts für den Wertpapierhandel (BAWe) aufgrund eines Verdachts auf Insiderhandel.

Schlechte Marktstimmung drückt das Ergebnis

"Anders als im letzten Jahr, konnte sich die Software AG im laufenden Geschäftsjahr von der anhaltend schwachen Marktverfassung, die derzeit viele Softwareunternehmen trifft, nicht abkoppeln", hieß es. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) werde zwischen zwei und drei Prozent vom Umsatz ausmachen (Vorjahreszeitraum ein Prozent nach Umstrukturierungsaufwand in Höhe von 20,2 Mio. Euro).

Das Unternehmen will an diesem Dienstag eine Telefonkonferenz abhalten. Die endgültigen Umsatz- und Ergebniszahlen für das erste Quartal 2002 werde die Software AG am 24. April bekannt geben.

Lizenzumsatz fällt deutlich

Der Lizenzumsatz im ersten Quartal 2002 werde voraussichtlich zwischen 24 und 25 Millionen Euro betragen und damit deutlich unter dem des Vorjahres liegen (42,6 Mio. Euro inkl. 4,1 Mio. Euro Einmalerlöse aus Technologieverkäufen). Ursache für die unter den Erwartungen liegende Umsatz-Entwicklung sei die Zurückhaltung bei IT-Investitionen. Eine Reihe größerer Geschäftsabschlüsse, die für März 2002 fest eingeplant waren, seien nicht getätigt, sondern verschoben worden.

Der Umsatzbeitrag aus dem Wartungsgeschäft werde den der Vorjahresperiode übertreffen und etwa 51 Millionen Euro betragen (41,9 Millionen Euro). Der Bereich Professional Services liege erwartungsgemäß bei rund 40 Millionen Euro (43,9 Millionen Euro).

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