Senator Geschäfte für drei Jahre gesichert

Die Banken zeigen sich spendabel. Ein 230-Millionen-Kredit schiebt die Aktie kräftig an.

Berlin - Der Berliner Filmproduzent und Rechtehändler Senator  hat mit einem Kredit über 230 Millionen Euro nach eigenen Angaben die Finanzierung seiner Geschäfte für die nächsten drei Jahre gesichert. Der Medientitel gehörte zu den wenigen Gewinnern im Nemax 50 und legte bis 15 Uhr noch knapp sechs Prozent auf 2,21 Euro zu.

Das Kursplus trug deutlich dazu bei, dass der Branchenindex Medien des Neuen Marktes vor dem Hintergrund der Kirch-Pleite lediglich nur mit rund zwei Prozent im roten Bereich notierte.

Die Durchfinanzierung der geschäftlichen Aktivitäten bringe "Planungssicherheit für die weitere Umsetzung der Wachstumsstrategie", teilte das Unternehmen am Montag mit. Der Konsortialkreditvertrag habe eine Mindestlaufzeit von drei Jahren. In dem Konsortium unter Führung der Bayerischen Landesbank befinden sich den Angaben zufolge unter anderem die Commerzbank, die DZ Bank und die Norddeutsche Landesbank. Analysten beurteilten die Mitteilung positiv.

Risiken im Filmgeschäft werden minimiert

Zur Wachstumsstrategie von Senator gehöre die Ausweitung der internationalen Produktion und des internationalen Lizenzhandels sowie der Ausbau der Marktposition in Deutschland, hieß es. Die Firma wolle künftig Entscheidungen über die Produktion und den Einkauf von Filmen wieder vollständig in die eigenen Hände nehmen.

Als Konsequenz daraus sei der bestehende Festabnahmevertrag mit den Revolution Studios ohne zusätzliche Kosten umgestellt und bezüglich der Zahl der abzunehmenden Filme und der Investitionsvolumina limitiert worden. "Das bedeutet eine sehr große Risikominimierung", sagte ein Senator-Sprecher. Die Vertrag laufe mit der Umstellung nach und nach aus.

Merrill Lynch sieht Position massiv gestärkt

Merrill-Lynch-Analyst Bernard Tubeileh sagte, der Konsortialkredit sei für Senator sehr positiv. "Es scheint so zu sein, dass sich die Banken bei Senator sehr sicher sind und viel Vertrauen haben." Zudem sei es ungewöhnlich, dass Senator in diesen Zeiten einen solchen Kredit erhalte, da die Banken bei anderen Medienfirmen Kreditzusagen zurückgenommen hätten und ihre Engagements zurückfahren würden. Die Wettbewerbsposition von Senator werde durch den Kredit massiv gestärkt, die Finanzierungsmöglichkeiten erhöhten sich deutlich.

HypoVereinsbank bleibt bei "Underperform"

Auch HypoVereinsbank-Analyst Volker Bosse sagte, die Banken seien derzeit normalerweise sehr zurückhaltend bei der Vergabe oder Verlängerung von Krediten. Positiv beurteilte der Analyst auch die Vertragsveränderungen mit den Revolution Studios, da viele Filme aus diesen Studios in der Vergangenheit zu Verlusten geführt hätten.

Dessen ungeachtet bewertete Bosse die Senator-Aktie unverändert mit "Underperform", da die aktuelle Börsenbewertung im Vergleich zu nationalen Konkurrenten derzeit nicht attraktiv sei. Außerdem würden aus den Revolution Studios auch in diesem Jahr schlecht zu verwertende Filme erwartet und die Kinokette Cinemaxx, an der Senator beteiligt ist, sei noch nicht über den Berg.

Senator war 2001 vor allem wegen Abschreibungen auf Cinemaxx in die roten Zahlen gerutscht und hatte einen Jahresfehlbetrag von 4,2 Millionen Euro ausgewiesen nach einem Überschuss von 1,2 Millionen Euro im Jahr zuvor. Der Umsatz war um rund 30 Prozent auf 140 Millionen Euro gestiegen. Für 2002 erwartet Senator-Chef Hanno Huth ein weiteres Umsatzwachstum und ein positives Ergebnis.

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