Pharma Konkurrenz durch Nachahmer

Die Gewinnwarnung von BMS lastet auf der Branche. Nicht nur Merck ist betroffen.

Frankfurt am Main - Die deutschen Pharmawerte haben sich am Donnerstag nach der Ergebniswarnung des US-amerikanischen Pharmakonzerns Bristol-Myers Squibb (BMS)überwiegend auf der Verliererseite gezeigt. Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck musste ebenso Einbußen hinnehmen wie die Dax-Werte Schering und Fresenius Medical Care, die bis zum Nachmittag jeweils rund ein Prozent verloren.

Bristol-Myers Papiere waren bereits am Mittwoch als Reaktion auf die Gewinnwarnung deutlich gefallen. Bristol-Myers Squibb werde im laufenden Quartal ein um 25 bis 30 Prozent niedrigeres Ergebnis pro Aktie vor Sonderposten erwirtschaften als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die derzeitige geschäftliche Performance sei unbefriedigend, sagte Konzernchef Peter Dolan.

Hauptumsatzbringer leidet

Bereits im Dezember war der Umsatz mit der Produktfamilie Glucophage, Glucovance und Glucophage XR abgeflacht, da US-amerikanische Großhändler bereits die Zulassung von billigeren Nachahmerprodukten (Generika) abwarteten. Merck vermarktet Glucophage in Deutschland und könne sich von den Bristol-Myers-Nachrichten nicht abkoppeln, sagte ein Händler.

Seit dem 28. Januar 2002 muss sich Merck für sein Produkt Glucophage der Konkurrenz durch Generika stellen. "Generika-Produkte hätten seit Januar einen Marktanteil von 60 Prozent," sagte der Vorstandsvorsitzende von Merck, Wolfgang Scheuble. 2001 konnte der Umsatz mit den Diabetes-Produkten noch gesteigert werden. Der Merck-Anteil der Neuverschreibungen mit den Glucophage-Nachfolgeprodukten war hinter den Erwartungen zurückgeblieben, sagte Scheuble.

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