Telekom "Kein Grund" für Abstufung

IPO und Schuldenabbau aufgeschoben - nun droht die Abstufung der Rating-Agenturen.

Bonn - Die Deutsche Telekom  wird noch in dieser Woche mit den Ratingagenturen Moody´s und Standard & Poor's (S&P) über die Einstufung der Kreditwürdigkeit des Bonner Konzerns sprechen. Nach dem "Schulbuch" müsste die Telekom abgestuft werden, allerdings würden die operativen Zahlen keinen Grund dazu liefern, sagte Telekom-Vorstandschef Ron Sommer während einer Investorenkonferenz in Hannover.

Die Ratingagenturen erwägen nach dem Scheitern des TV-Kabelnetzverkaufs und der Verschiebung des T-Mobile-Börsengangs eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit der Telekom. Ursprünglich wollte der Konzern seine Verbindlichkeiten von aktuell 62 Milliarden Euro bis zum Jahresende auf 50 Milliarden drücken. Dieses Ziel hat die Telekom nun auf Ende 2003 verschoben.

Nach Analysteneinschätzung würde eine Abstufung der Kreditwürdigkeit einen erhöhten Zinsaufwand von 80 bis 150 Millionen Euro im Jahr bedeuten. Die Ratingagentur Fitch wird bereits in dieser Woche mit der Telekom über die Schuldensituation beraten.

Fitch-Analyst Raymond Hill sagte, es seien einige Dinge zu klären, da sich ursprünglich kurz- bis mittelfristige Schulden nun in langfristige Verbindlichkeiten verwandeln könnten. Fitch hatte wegen des geplatzten Kabelnetzverkaufs den Ausblick für das "A minus"-Rating der vorrangigen, ungesicherten Telekom-Schuldtitel auf "Negativ" gesenkt. Die Ratingagenturen Standard & Poor's und Moody's prüfen das Rating derweil auf eine Herabstufung.


Sommer kürzt die Dividende

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