Carrier1 Und tschüss!

Die Reihen am Neuen Markt lichten sich. Wieder verschwindet ein Unternehmen vom Kurszettel.

Luxemburg – Der Telekommunikationsausrüster Carrier1  verabschiedet sich nach knapp über zwei Jahren vom Neuen Markt. Vor Börseneröffnung teilte das Unternehmen am Donnerstag mit, vom 2. April an nur noch im geregelten Markt notiert zu sein. Ein entsprechender Antrag sei bei der Deutschen Börse eingereicht worden. Der letzte Handelstag wäre demnach der 28. März.

Die zum Zockerpapier verkommene Aktie des Pleitekandidaten hat auf die Ankündigung mit einem drastischen Abschlag reagiert. Bis zum Mittag verloren die Anteilsscheine mehr als 20 Prozent auf magere 0,29 Euro.

Carrier1hatte bereits Ende Februar beim zuständigen Gericht in Luxemburg einen Konkursantrag gestellt. Nach eigenen Angaben rechnet das Unternehmen mit seiner Liquidierung.

Am 24. Februar 2000 ist der Telekomausrüster unter der Führung von Morgan Stanley und Schroder Salomon Smith Barney mit vielen Vorschusslorbeeren am Neuen Markt gestartet und galt als Schwergewicht im Nemax 50. Das Geschäftsfeld lag in Übertragungs- und Netzwerklösungen für Telekommunikationsanbieter, Internet Service Providern und multinationalen Unternehmen.

Die Aktie stieg kurzfristig auf über 150 Euro, hat seitdem jedoch kontinuierlich verloren. Derzeit notiert das Papier rund 99,5 Prozent unter dem Emissionspreis.

Neuer Markt: "Vielen Firmen fehlte die Börsenreife"

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