BASF Ergebnis bricht um 60 Prozent ein

Das Betriebsergebnis ist eingebrochen. Vorstandschef Jürgen Strube gelobt Besserung. Doch der Ausblick ist eher verhalten und lebt von dem Prinzip Hoffnung.

Ludwigshafen - Beim Ludwigshafener Chemiekonzern BASF  sind 2001 Umsatz und Ergebnis der Betriebstätigkeit deutlich zurückgegangen. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, sanken die Erlöse im Jahresvergleich um 9,6 Prozent auf 32,5 Milliarden Euro. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit brach um 60,4 Prozent auf 1,22 Milliarden Euro ein. Analysten hatten hier rund 1,15 Milliarden Euro erwartet.

Wegen außerordentlicher Einnahmen von über sechs Milliarden Euro aus dem Verkauf des Pharma- Geschäfts stieg das Ergebnis vor Steuern jedoch um 138 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro. Die Aktie konnte zunächst zulegen, fiel aber bis elf Uhr auf ihre Vortagesniveau bei 45,80 Euro ab.

Der Konzern plant, im Geschäftsjahr 2002 bei etwa gleichem Umsatz des fortgeführten Geschäfts das Ergebnis deutlich zu verbessern. Das sagte Vorstandsvorsitzender Jürgen Strube am Donnerstag anlässlich der Präsentation des Jahresergebnisses 2001. Insgesamt zeigte er sich für das laufende Jahr optimistisch.

2002 bleibt ein schwieriges Jahr

In den Maßnahmen zur Restrukturierung und Effizienzverbesserung sieht er die Basis für den angestrebten Anstieg des Ergebnisses der Betriebstätigkeit. Dazu werde auch eine weitere konjunkturelle Belebung beitragen. 2002 würde dennoch ein schwieriges Jahr bleiben.

"Allerdings hoffen wir, dass die Nachfrage nach Produkten der chemischen Industrie in der zweiten Jahreshälfte wachsen wird. In der Zeit bis zu diesem Aufschwung werden wir unsere Leistungsfähigkeit weiter verbessern", so Strube wörtlich.

Ergebnis durch hohe Sondereinflüsse belastet

Die im vergangenen Jahr ergriffenen Maßnahmen zur Anpassung des Geschäfts an die nachlassende Konjunktur führten zu Sonderbelastungen von 747 Millionen Euro, unter anderem für Restrukturierungen sowie Standort- und Anlagenschließungen, hieß es weiter. Insgesamt sei das Ergebnis des Jahres 2001 durch Sondereinflüsse von über einer Milliarden Euro belastet.

Die eingeleiteten Maßnahmen, die Synergien im Pflanzenschutzgeschäft sowie die weltweite Straffung der Unternehmensorganisation sollen bis 2003 die Kosten um eine Milliarde Euro senken. Erste Erfolge seien bereits sichtbar. Schon 2001 seien die Kosten um rund 250 Millionen Euro gesenkt worden, im laufenden Jahr sollen zwei Drittel der Zielsumme erreicht werden.

Den Sonderbelastungen stand ein außerordentliches Ergebnis von über sechs Milliarden Euro aus dem Verkauf des Pharmageschäfts gegenüber. Bedingt durch diese außerordentliche Einnahme erzielte BASF ein Ergebnis vor Ertragsteuern von 6,7 Milliarden Euro, das sind 3,9 Milliarden Euro mehr als im Jahr 2000. Im vergangenen Jahr hätten alle Segmente des Unternehmens vor Sondereinflüssen trotz hoher Rohstoffpreise und trotz Rezession schwarze Zahlen geschrieben, wird hervorgehoben.

Im Auftragseingang zu Beginn 2002 sieht Strube noch keinen kräftigen Aufschwung. Er sei allerdings zuversichtlich: "Wenn sich die positiven Signale der Indikatoren als richtig erweisen, dann sind wir unter den Ersten, die die wirtschaftliche Erholung nutzen können", sagte Strube.

Tiefrotes viertes Quartal, aber besser als erwartet

Das Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen war im vierten Quartal 2001 im Vorjahresvergleich um 69,6 Prozent auf 252 Millionen Euro gesunken. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 175 Millionen Euro gerechnet. Unter dem Strich verbuchte BASF einen Quartalsverlust von 469 Millionen Euro nach einem Gewinn von 227 Millionen Euro im vierten Quartal 2000. Analysten hatten mit einem Verlust von 95 bis 714 Millionen Euro gerechnet.

Vor Steuern sank das Ergebnis auf ein Minus von 427 Millionen Euro nach einem Vorsteuergewinn von 619 Millionen Euro im Schlussquartal 2000. Der Umsatz ging im Schlussquartal nach BASF-Angaben um 17,5 Prozent auf 7,683 Milliarden Euro zurück und lag damit am oberen Rand der Analystenschätzungen. Die Branchenexperten hatten Erlöse zwischen 7,9 und 5,018 Milliarden Euro erwartet.

Analysten bei den Zahlen gespalten

Für Analyst Dennis Nacken von der Helaba Trust sind die Zahlen des Chemiekonzerns keine Überraschung. Diese seien im Rahmen seiner "schon recht optimistischen" Erwartungen ausgefallen. Die Durchschnittsprognosen der Analysten seien beim operativen Ergebnis übertroffen worden. Der Überschuss habe im Großen und Ganzen den Erwartungen entsprochen. Analyst Nacken sieht das Papier positiv und bewertet es mit "Übergewichten".

Dagegen stufte Analyst Andreas Heine von der HypoVereinsbank das Papier von "Outperform" auf "Neutral" ab. Das vierte Quartal gebe keinen Grund für Optimismus, sagte er. Sein Kursziel lautet 49 Euro.