Condat Über 150 Prozent Kursplus

Texas Instruments will die am Neuen Markt notierte AG übernehmen. Die Aktie schnellt nach oben.

Berlin - Der amerikanische Technologiekonzern Texas Instruments (TI)  will den Mobilfunkzulieferer Condat  für zwölf Euro je Aktie übernehmen und hat hierfür die Unterstützung der Condat-Führung. Texas Instruments werde den Aktionären ein öffentliches Übernahmeangebot unterbreiten, teilte das Neue-Markt-Unternehmen am Freitag in Berlin mit.

Die Börse reagierte auf die Nachricht mit einem Kursfeuerwerk. Schon kurz nach Handelsbeginn notierte das Papier nahe der zwölf-Euro-Marke, mehr als 150 Prozent über dem Vortagesschlusskurs.

"Ich kann mich nicht an eine Übernahme in ähnlich großem Stil erinnern", sagte ein Frankfurter Händler. "Klar, dass das die Aktie beflügelt hat". Der Börsenprofi rechnet damit, dass die Condat-Aktie vom Markt verschwinden wird. "Das gibt einen ganz normalen Squeeze-Out", sagte er und verwies er auf die Auszahlung der ausstehenden Minderheitsaktionäre.

Condat und Texas Instruments seien seit 1997 durch eine strategische Partnerschaft verbunden, hieß es in einer Ad-hoc-Mitteilung des am Neuen Markt notierten Unternehmens. Der amerikanische Halbleiterhersteller sei seit März 2000 an Condat beteiligt und halte einen Anteil von 10,9 Prozent. Die Gründer der Gesellschaft, die insgesamt 56,2 Prozent der Anteile halten, hätten sich bereit erklärt, ihre Aktien an Texas Instruments zu veräußern.

Die Vereinbarung sehe vor, dass TI den Geschäftsbereich Wireless Communications Solutions von Condat übernimmt, der auf Systemkomponenten für den Mobilfunk spezialisiert ist. TI plane, die Software-Entwicklung in Berlin und an den übrigen Standorten als Tochtergesellschaft unter dem Namen Texas Instruments Berlin weiterzuführen.

Die anderen Geschäftsbereiche von Condat, die sich auf Unternehmenssoftware-Anwendungen, Systemintegration, mobile Anwendungen und Mobilfunk-Testsysteme konzentrieren, werde TI an die Gründungsaktionäre der Condat AG veräußern.

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