Moody's Dresdner Bank auf der Prüfliste

Die Ratingagentur nimmt deutsche Finanzhäuser ins Visier. Eine Herabstufung gab es bereits.

London - Moody's Investor Service hat das Finanzstärke-Rating der Dresdner Bank mit der derzeitigen Einstufung "B" wegen einer möglichen Herabstufung auf die Prüfliste gesetzt. Der Ausblick für das Schulden- und Einlagen-Rating von "Aa2" bleibe positiv, teilte die Agentur am Dienstag mit.

Diese Einschätzung basiere auf der Annahme, dass sich das Langfrist-Rating der Dresdner Bank nach dem Abschluss der Fusion mit der Allianz  der Einstufung "Aaa" des Münchner Partners allmählich annähern werde, hieß es. Die Überprüfung werde die anhaltende Verschlechterung der Fundamentaldaten der Dresdner Bank ins Auge fassen.

Gesenkt hat Moody's hingegen das Finanzstärke-Rating der Bayerischen Landesbank Girozentrale (BayernLB) auf "C" ("C+"). Das neue Rating habe einen negativen Ausblick, hieß es. Zur Begründung wurden die verschlechterten Fundamentaldaten in den Finanzen des Bankhauses angeführt, angesichts des signifikanten Anstiegs der Kosten für die Risikovorsorge.

Die Agentur rechnet nach eigenen Angaben mit einem anhaltenden Druck auf die Qualität der Ausleihungen, vor allem wegen der Wirtschaftsabschwächung in Deutschland und den hohen Risiken der Bank gegenüber Branchen, die sich in Schwierigkeiten befinden.

BNP Paribas abgestuft

Das langfristige Schuldenrating und die Bankfinanzstärke der BNP-Paribas ist zuvor auf "Aa2"/"B+" von "Aa3/B" heraufgestuft. Die Ratingagentur teilte mit, die nachrangigen Verbindlichkeiten würden auf "Aa3" von "A1" erhöht. Der Ausblick wurde mit "stabil" angegeben. Moody's begründete die Heraufstufung mit der guten Geschäftsentwicklung der Töchter der französischen Bank, nachdem erfolgreich Synergien aus der Fusion zwischen BNP und Paribas erzielt worden seien.

Japanische Brokerhäuser kritischer bewertet

Auch die Kreditwürdigkeit von drei führenden japanischen Investmentbanken wurde kritischer eingeschätzt. Als Grund für die schlechtere Einstufung nannte Moody's am Dienstag vor allem das generell verschlechterte Umfeld für Wertpapierhäuser. Die lokalen Anleihe- und Aktienmärkte seien derzeit schwach.

Der Ausblick für vorrangige, nicht gesicherte Schulden von Nomura Securities sei von "positiv" auf "stabil" herabgesetzt worden, hieß es. Die Bonitätseinstufung für langfristige Verbindlichkeiten von Daiwa und Nikko Cordial senkten die Experten unterdessen direkt um eine Stufe von "Baa1" auf "Baa2". Damit wird den zwei Brokerhäusern insgesamt noch eine angemessene Deckung von Zins- und Tilgungszahlungen bescheinigt.

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