Scania Auch VW und Renault interessiert

Schlechte Nachrichten für Volvo: Im Rennen um die Übernahme des schwedischen Nutzfahrzeugherstellers Scania droht Konkurrenz von Volkswagen und Renault.

Hamburg - Der schwedische Autobauer Volvo AB war am Freitag mit 12,9 Prozent der Aktien und 13,5 Prozent der Stimmanteile beim Lastwagen- und Bushersteller Scania AB eingestiegen. Die Londoner "Financial Times" berichtete nun am Montag, der Scania-Mehrheitsaktionär Investor prüfe jedoch als Alternative ein Joint Venture mit anderen Herstellern.

Die Produktpalette Volkswagens werde als komplementär zu der von Scania angesehen, berichtete das Finanzblatt. VW und Scania arbeiten seit Jahren beim Import und Vertrieb in Schweden zusammen und hatten 1997 bereits über eine strategische Allianz im Lkw-Bereich gesprochen. Die beiden Konzernchefs Leif Ostling und Ferdinand Piech, die gemeinsam im Aufsichtsrat von Svenska Volkswagen säßen, hätten den Kontakt nie abreißen lassen, schreibt die Zeitung.

Daneben gilt der französische Renault-Konzern als Interessent eines Einstiegs bei Scania. Eine Fusion von Renault mit Volvo war 1993 am Widerstand der Volvo-Aktionäre in letzter Minute gescheitert. Renault ist ein bedeutender Lkw-Hersteller. Allerdings kann Volvo nach dem überraschenden Einstieg bei Scania eine vollständige Übernahme des Konkurrenten durch einen anderen Konzern abblocken. Renault lehnte am Montag einen Kommentar zu den Spekulationen ab.

Volvo soll bereit sein, zur Finanzierung einer völligen Scania-Übernahme seine Pkw-Sparte zum Beispiel an Ford oder Fiat zu verkaufen. Volvo/Scania wäre der größte Lkw- bzw. Bushersteller in Europa und der zweitgrößte weltweit (nach Daimler-Chrysler).

Für den 12,9-Prozent-Anteil zahlt Volvo 5,2 Milliarden Kronen (1,2 Mrd. Mark) an den Pensionsfonds 4. AP-Fonds, den zweitgrößten Scania-Anteilseigner. Die Bekanntgabe des Volvo-Einstiegs ließ die Scania-Aktien Ende vergangener Woche um ein Fünftel in die Höhe schießen. Scania dürfte der "Financial Times" zufolge für 1998 eine Steigerung des Betriebsergebnisses von 3,05 auf 3,5 Milliarden Kronen bekanntgeben und damit unterstreichen, daß Volvo zu wenig für Scania biete. Volvo hatte 1998 weltweit 83.279 Lastwagen verkauft (plus 21 Prozent); Scania hatte für Januar bis November 1998 eine Absatzsteigerung um acht Prozent auf 41.360 Lastwagen bekanntgegeben.

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