Moody's Deflation nicht unter Kontrolle

Die Ratingagentur äußert sich skeptisch zur Finanzsituation in Japan. Eine Herabstufung droht.

Tokio - Moody's Investors Service will die Bonität Japans auf eine mögliche Herabstufung hin prüfen. Wie Moody's am Mittwoch mitteilte, stehe das "Aa3"-Rating für Yen denominierte Staatsanleihen auf dem Prüfstand. Mit "Aa3" wird Japan derzeit eine sehr gute bis gute Bonität bescheinigt. Der stabile Ausblick für das Rating japanischer Staatsanleihen in Fremdwährungen bleibe unterdessen mit "Aa1" unverändert.

Als mögliche Ergebnisse der Prüfung nannte Moody's eine Herabstufung des "Aa3"-Ratings um ein oder zwei Stufen. Damit würde Japan auf eine gute bis befriedigende Bonitätsnote absinken. Moody's hält aber auch eine Rating-Bestätigung für möglich. Die Deflation verschlimmere das ohnehin ernste Verschuldungsproblem des Landes. Moody's machte zudem Versäumnisse der japanischen Regierung bei der Deflationsbekämpfung aus.

Die Ankündigung hat den Aktien- und Anleihemarkt in Tokio am Mittwoch unter Druck gesetzt. Im Handelsverlauf hat der Nikkei einen Teil seiner Gewinne wieder abgeben müssen und schloss auf 9968 Punkten, ein knappes Plus von 0,9 Prozent. Zwischenzeitlich hatte das Börsenbarometer die psychologisch wichtige Kursmarke von 10.000 Punkten getestet.

Moody's gab zudem bekannt, die Kreditratings fünf japanischer Privatbanken zu überprüfen. Eine mögliche Herabstufung drohen der Shizuoka Bank, 77 Bank, Chugoku Bank, Shinkin Central Bank und Norinchukin Bank.


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