Millionenverluste Sero und Lösch weiter gefährdet

Die Zukunft der Entsorger Sero und Lösch ist auch nach Abschluß der Sonderprüfung nicht gesichert. In beiden Unternehmen fehlen 143 Millionen Mark.

Düsseldorf - Die Zukunft der beiden Entsorger Lösch und Sero ist weiter ungeklärt. Die Gefährdung der Unternehmen sei nicht überwunden, wenngleich die kurzfristige Zahlungsfähigkeit gesichert sei, teilten die beiden Gesellschaften in getrennten Pflichtveröffentlichungen am Freitag in Düsseldorf und Berlin mit.

Die Betriebsprüfung hat ergeben, daß bei der Sero Entsorgung AG Wertberichtigungen in Höhe von 66,1 Millionen Mark und bei der Lösch Umweltschutz AG in Höhe von 77,6 Millionen Mark notwendig sind. Dies führt bei Sero dazu, daß für das Geschäftsjahr 1997/98 anstatt eines Gewinns ein Bilanzverlust von voraussichtlich 57,4 Millionen Mark ausgewiesen werden muß. Bei Lösch verwandelt sich der Gewinn im Rumpfgeschäftsjahr 1998 (bis zum 30. September) in einen Verlust von 63,9 Millionen Mark.

Die Muttergesellschaft Euro Waste Service AG (EWS) und ihre Töchter Lösch und Sero waren wegen angeblicher Bilanzfälschungen in die Krise geraten. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld ermittelt gegen die EWS-Gruppe wegen Steuerhinterziehung, Kreditbetrugs und Verstößen gegen das Börsengesetz. Zwischen 1991 und 1997 sollen die Bilanzen mit Scheinbuchungen von 262 Millionen Mark frisiert worden seien. Die beiden EWS-Großaktionäre, Dieter und Johannes Löbbert, sowie einige andere Manager befinden sich in Untersuchungshaft.

EWS-Vorstandschef Günter Okon und der neue Aufsichtsratschef Brun-Hagen Hennerkes betonten jedoch gegenüber den kreditgebenden Banken, die eingeleitete Sanierung greife sowohl bei Lösch als auch bei Sero. Zuversicht sei geboten. Bei beiden Firmen sollen unrentable Bereiche aufgegeben werden. Nach der Wertberichtigung verbleibe bei Sero ein Eigenkapital von 21,5 Millionen Mark und damit noch rund 60 Prozent des Grundkapitals. Bei Lösch werde das Eigenkapital nach der Wertberichtigung voraussichtlich 22,9 Millionen Mark bei einem Grundkapital von 40 Millionen Mark betragen.

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