Carrier 1 Dramatisch verschlechtert

Die Finanzlage wird immer prekärer. Für Aktionäre gibt es "keine zufrieden stellende Lösung".

Luxemburg - Der Luxemburger Telekom-Ausrüster Carrier1  setzt wegen Zahlungsschwierigkeiten US-Telefongespräche aus. Daraus entstehe ein "substanzieller Umsatzverlust", teilte das im Nemax 50 gelistete Unternehmen am Donnerstag in Luxemburg mit.

Zudem hätten sich die geschäftlichen Aussichten seit dem angekündigten Ende des Umtauschangebots für die hochverzinslichen Anleihen "dramatisch verschlechtert". Bis gegen 18.20 brach die Carrier1-Aktie um 30,26 Prozent auf 0,53 Euro ein.

Das Geschäft solle nach Möglichkeit weitergeführt werden, einschließlich der Aussicht, Unternehmensteile oder die ganze Gesellschaft zu veräußern. Die Suspendierung der Sprachdienste habe "keinen wesentlichen Einfluss auf solch eine Transaktion", hieß es. Es sei aber unsicher, ob Carrier1 ein entsprechendes Abkommen mit einem potenziellen Käufer erreichen könne.

Carrier1: "Keine zufriedenstellende Lösung für die Aktionäre"

Wenn ja, sei nicht sicher, ob ein Abschluss so schnell erzielt werde, dass der Geschäftsbetrieb fortgeführt werden könne. Carrier1 erwartet keine entsprechende Lösung, weder für den Verkauf von Unternehmensteilen oder der gesamten Gesellschaft, und damit auch keine zufriedenstellende Lösung für die Aktionäre.

Die US-Tochter von Carrier1 habe den Sprachverkehr aussetzen müssen, da wichtige Geschäftspartner sich weigerten, die für diesen Service notwendigen Dienstleistungen zu erbringen, bevor bereits erstellte Rechnungen beglichen seien bzw. entsprechende Zahlungszusagen für künftige Dienste vorlägen.

Folgt die Insolvenz?

Vergangenen Dienstag hatte eine Carrier1-Sprecherin gesagt, das Unternehmen müsse möglicherweise Insolvenz anmelden, wenn kein strategischer Partner für die Finanzierung des operativen Geschäfts gefunden werde. Carrier1 verfüge zur Zeit über knapp 91 Millionen Dollar an Barmitteln und Bargeld-ähnlichen Beständen. Diese Reserven würden langsam zu Ende gehen. Ein Londoner Analyst hatte der dpa-AFX gesagt, er rechne damit, dass Carrier 1 in gut einem halben Jahr einen Insolvenzantrag stellen werde.

Am Montag hatte das Unternehmen mitgeteilt, ein Rückkaufprogramm für alle ausstehenden hochverzinslichen Anleihen im Wert von 160 Millionen Dollar und 85 Millionen Euro vorzeitig beendet zu haben. Die Frist wäre am 1. Februar ausgelaufen, mindestens 50 Prozent der Aktionäre hätten zustimmen müssen. Nach luxemburgischen Recht sei der Rückkauf jedoch nicht möglich gewesen.


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