Elsa Insolvenzverfahren wird geprüft

Eine weitere Pleite am Neuen Markt steht bevor. Die Banken haben ihre Kreditlinien gekündigt.

Frankfurt am Main - Der Hersteller von Computerzubehör Elsa  steht nach der Kündigung von Kreditlinien durch sieben Banken möglicherweise vor der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Der Vorstand prüfe derzeit, ob die Voraussetzungen zur Stellung eines Insolvenzantrages gegeben seien, teilte der Produzent von Modems und Grafikkarten am Donnerstag mit.

Sieben Banken hätten mit Wirkung zum 15. Februar ein Kreditvolumen von 28 Millionen Euro gekündigt. Die zwischenzeitlich vom Handel ausgesetztes Aktie fiel nach Wiederaufnahme um knapp 55 Prozent auf 0,80 Euro.

Das am Neuen Markt gelistete Aachener Unternehmen war früheren Angaben zufolge im dritten Quartal 2001 in die Verlustzone gerutscht. Im November hatte Elsa den Periodenverlust mit 4,9 Millionen Euro beziffert nach einem Gewinn von 3,8 Millionen im Jahr zuvor. Elsa hatte die Verluste unter anderem auf Lieferengpässe gegen Quartalsende nach Überschwemmungen in Taiwan zurückgeführt.

Auch hätten die Anschläge in den USA das "Konsumverhalten des insgesamt rückläufigen PC-Marktes zusätzlich belastet", hieß es. Damals hatte Elsa ein Kostensenkungsprogramm angekündigt, durch das unter anderem 60 Stellen abgebaut werden sollten.

Zusätzlich zu den genannten sieben Instituten werde eine weitere Bank eine Rahmenkreditlinie in Höhe von zehn Millionen Euro, die bis zum 30. März befristet sei, nicht verlängern, teilte Elsa weiter mit. Verhandlungen mit den Banken über eine Ablösung der Kredite durch einen Drittinvestor seien indes gescheitert. Mittel für die Begleichung der offenen Kredite stünden derzeit nicht zur Verfügung. Der Bestand des Unternehmens sei damit nicht gesichert.

Das Unternehmen hatte zuvor noch auf den Einstieg eines Investors aus Taiwan gesetzt. Die Investition von fünf Millionen US-Dollar des taiwanesischen Board-Herstellers Gigabyte reichte jedoch alleine nicht.


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