MLP Titel setzt Talfahrt fort

Der Finanzdienstleister dementiert hässliche Gerüchte. Der Aktie hilft es kaum.

Frankfurt - MLP -Aktien konnten am Freitag ihre Talfahrt nicht stoppen. Das Papier fiel einen Tag nach Vorlage der Geschäftszahlen bis Mittag 1,60 Prozent auf 67 Euro und gehörte damit zu den schwächsten Werten im Dax. Zeitweilig hatte das Papier mit rund drei Prozent im Minus gestanden. Am Vortag hatte die Aktie rund 4,70 Prozent nachgegeben.

Nach Ansicht von Marktbeobachtern drückten Analystenkommentare das Papier. Händler erklärten, dass auch Gerüchte über mögliche Unstimmigkeiten in der Bilanz die Aktie belasten könnten.

Der Finanzdienstleister reagierte prompt: "MLP verwahrt sich auf das Entschiedenste gegen diese Unterstellungen", erklärte Vorstandsvorsitzender Dr. Bernhard Termühlen einer Pressemitteilung zufolge. Die "zielgerichtet gestreuten Gerüchte" entbehrten jeder Grundlage.

"MLP ist seit 1988 börsennotiert und hat seitdem anerkanntermaßen sehr solide und konservativ bilanziert. Und das bleibt Prinzip des Unternehmens. Selbstverständlich sind alle bisherigen Bilanzen stets mit dem uneingeschränkten Testat der Abschlussprüfer versehen. Das wird genauso für das Geschäftsjahr 2001 zutreffen", hieß es weiter.

Händler: Aktie noch zu teuer

Nach Ansicht von Analyst Thorsten Karbaum von WestLB Panmure waren die Zahlen "etwas enttäuschend", auch wenn MLP wieder das mittelfristige Wachstumsziel erreicht habe. Es sehe so aus, als ob der Geschäftsverlauf des vierten Quartals, also der Abschluss von Neugeschäft, eher schwach ausgefallen sei. Analyst Sven Jansen von Bankhaus Metzler nannte das Papier "zweifelsohne zu teuer" und verwies auf eines der höchsten Kurs-Gewinn-Verhältnisse unter den Dax-Werten.

Auch die Analysten von J.P. Morgan beurteilten die Geschäftsentwicklung des Finanzdienstleisters kritisch. Das Wachstum von MLP lasse nach, hieß es in einer am Donnerstag vorgelegten Studie der Investmentbank. Erstmals habe das Heidelberger Unternehmen bei Bekanntgabe der vorläufigen Geschäftszahlen des abgelaufenen Jahres nicht ein Wachstum von 30 Prozent bei Umsatz und Gewinn für das laufende Jahr in Aussicht gestellt. Die Anlageempfehlung "Buy" wurde aber dennoch bestätigt.