Hannover Rück Sicherheit wird teurer

Nach den Terroranschlägen klettern die Prämien. Die Aktie steigt deutlich.

Hannover - Die Hannover Rückversicherungs-AG ist im dritten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres erwartungsgemäß in die roten Zahlen gerutscht. Die im MDax notierte Aktie legte am Donnerstag dennoch deutlich zu: Das Unternehmen geht für das vierte Quartal sowie für das Jahr 2002 wieder von schwarzen Zahlen aus.

Belastungen durch den Terror

Bedingt durch die Terrorangriffe am 11. September sei im dritten Quartal ein Verlust von 204 Millionen Euro entstanden, teilte der Konzern am Donnerstag mit. "Dies liegt 'in line' mit den Schätzungen", urteilte Analyst Michael Haid von Sal. Oppenheim. Die Schäden des 11. September schlugen sich den Angaben zufolge ausschließlich in der Schaden-Rückversicherung nieder, die dadurch im dritten Quartal einen negativen Ergebnisbeitrag von 156 Millionen Euro geleistet habe. Für die ersten neun Monate wurde somit ein Konzernverlust vor Steuern von 124 Millionen Euro und nach Steuern von noch 85 Millionen Euro verbucht.

Unverändert belaufe sich die geschätzte gesamte Belastung aus den Ereignissen des 11. September auf rund 400 Millionen Euro vor Steuern. Mit weiteren Belastungen aus der Katastrophe werde nicht gerechnet.

Prämien ziehen deutlich an

Im Programmgeschäft ziehe das Bruttoprämienvolumen deutlich an, zudem erlaube das zu deutlich höheren Prämien generierte Neugeschäft eine Steigerung des Selbstbehalts, woraus sich eine positive Entwicklung des Ergebnisbeitrages ergebe.

Auch für die Finanz-Rückversicherung vermeldete der Konzern eine "erfreuliche" Entwicklung. Prämienvolumen und Kapitalanlageergebnis würden nach drei Quartalen bereits über dem Vorjahr liegen. Insgesamt sei für das Gesamtjahr mit einem ausgeglichenen Ergebnis zu rechnen. Die Perspektiven für 2002 seien "ausgesprochen positiv", hieß es im Quartalsbericht weiter.

Raten erhöht

Die Erneuerungssaison für dieses Jahr führe zu "substanziellen Ratenerhöhungen" und Konditionsverbesserungen auf vielen Rückversicherungsmärkten. Daher werde ein "sehr gutes" Ergebnis erwartet, sofern es nicht zu weiteren Terroranschlägen komme.