Infineon Gerüchte treiben Aktie an

Spekulationen über eine Kooperation mit dem Konkurrenten Hynix sorgen für Schwung.

Tokio – Die Aktien des Halbleiterhersteller Infineon  haben am Donnerstag rund 5 Prozent zugelegt und den Handelstag als Dax-Spitzenreiter beendet. Händler führten die Kursaufschläge auf Presseberichte über eine mögliche Kooperation mit Hynix zurück. Außerdem hat die Investmentbank Merrill Lynch den Chiphersteller Intel als "klaren Kauf" empfohlen und damit für gute Stimmung in der Branche gesorgt.

Während eines Japanaufenthaltes hat der Vorstandsvorsitzende Ulrich Schumacher Kooperationsgespräche mit dem südkoreanischen Mitbewerber Hynix Semiconductor bestätigt. In einem Interview mit der Tageszeitung "Nihon Keizai Shimbun" (Donnerstagsausgabe) sagte Schumacher, dass beide Unternehmen eine Zusammenarbeit bei der Produktion von DRAM-Speicherchips anstreben. Er könne sich als Form der Kooperation ein gemeinsames Joint Venture vorstellen.

Hynix hüllt sich in Schweigen

Nach Angaben von Schumacher will Infineon aber nicht den US-amerikanischen Chiphersteller Micron Technology nachahmen. Der verfolge die Strategie Konkurrenzunternehmen aufzukaufen, um dann Überkapazitäten abzubauen.

Auf Anfrage wollte Hynix die Gespräche über eine mögliche Allianz im Bereich Speicherchips mit der deutschen Infineon aber nicht bestätigen. "Wir können den Bericht weder dementieren noch bestätigen", hieß es hierzu aus Seoul.

Zuletzt hatte Infineon eine Zusammenarbeit mit dem japanischen Technologiekonzern Toshiba angestrebt. Aber beide Unternehmen haben die Gespräche im Dezember abgebrochen.

Unterdesssen hat Micron das Angebot für die Übernahme der DRAM-Produktion von Hynix nach Angaben eines Unternehmenssprechers von 3,1 Milliarden Dollar auf 3,6 Milliarden US-Dollar angehoben.