Deutsche Bank Gewinne brechen weg

Der Branchenprimus gerät in schwieriges Fahrwasser. Die Gewinne sind drastisch eingebrochen. Die Märkte reagieren zunächst verunsichert auf die neuen Bilanzierungsregeln: Im späten Handel dreht die Aktie jedoch immer stärker ins Plus.

Frankfurt - Die Deutsche Bank  hat im Geschäftsjahr 2001 einen deutlichen Ergebnisrückgang verbuchen müssen. Vor Steuern und einem kumulierten Effekt aus Änderungen der Bilanzierungsmethode sei ein Ergebnis von 1,8 Milliarden Euro nach 6,9 Milliarden Euro im Vorjahr erzielt worden, teilte die Bank am Donnerstag in einer Pflichtmitteilung mit.

Der Rückgang sei unter anderem auf einen drastischen Rückgang der Nettoerträge durch ein vermindertes Ergebnis bei Wertpapieren sowie erhöhte Abschreibungen bei Private Equity- und Immobilienanlagen zurückzuführen, teilte Deutschlands größtes Geldinstitut am Donnerstag in Frankfurt mit.

Märkte verunsichert

Die Aktie der Deutschen Bank reagierte zu Handelsbeginn mit einem leichten Abschlag von 1,5 Prozent, drehte im Verlauf aber immer stärker ins Plus und beendete den Handelstag mit einem Plus von zwei Prozent auf 72,12 Euro.

Das Handelsergebnis ging den Angaben zufolge deutlich zurück und die Risikovorsorge wurde um 0,5 Milliarden Euro erhöht. Nach US-GAAP erzielte die Bank vor Steuern und kumuliertem Effekt aus Änderungen der Bilanzierungsmethode ein Ergebnis von 1,8 Milliarden Euro nach 6,9 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Jahresüberschuss liege vor Effekten aus Steuersatzänderung und Änderung der Bilanzierungsmethoden bei 1,4 Milliarden Euro nach 4,2 Milliarden im Jahr 2000.

Handelsergebnis fällt deutlich

Das Handelsergebnis sank den Angaben zufolge um 21 Prozent auf 6,0 Milliarden Euro. Kommissions- und Provisionserträge gingen um acht Prozent auf 10,7 Milliarden Euro zurück. Der Zinsüberschuss stieg dagegen um 16 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro.

Die Gewinne aus Wertpapieren "available for sale" brachen den Angaben zufolge um 59 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro ein. Die Zahlen spiegelten vor allem den Rückgang der realisierten Bruttogewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren wider, hieß es.

Die Risikovorsorge liege bei 1,0 Milliarden Euro (plus 114 Prozent). Im Kreditgeschäft sei die Risikovorsorge im vierten Quartal unter anderem wegen der Pleite des US-Energiekonzerns Enron erhöht worden.