Frankreich Neue Gespräche mit Dasa

Die Regierung in Paris will die Gespräche über eine Neuordnung der europäischen Luftfahrt- und Rüstungsindustrie wieder aufnehmen.

Paris - Verteidigungsminister Alain Richard bestätigte am Donnerstag in Paris, daß der französische Konzern Aerospatiale zu neuen Beratungen mit der Daimler-Chrysler Aerospace AG (Dasa) bereit sei.

"Wir haben die Verantwortlichen der Dasa wissen lassen, daß wir da sind, wenn sie wieder diskutieren wollen", sagte Richard. Entsprechende Äußerungen hatte es zuvor von der Dasa gegeben.

Laut Richard gibt es noch mehrere Ungewißheiten wegen einer möglichen Fusion der Dasa mit British Aerospace (BAe), die von Paris kritisiert wird. Auch die Frage, für welche Allianz sich der britische Rüstungshersteller GEC Marconi entscheide, sei noch offen. Wenn dieser mit BAe zusammengehe, könne dies bedeuten, daß es zu keiner Fusion BAe-Dasa komme, meinte der Minister. Das Münchner Unternehmen könnte dann an engeren Kontakten mit Aerospatiale und Matra, deren Fusion derzeit erfolgt, interessiert sein.

Richard unterstrich, daß die Staatsbeteiligung an Aerospatiale, die vom Dasa-Chef Manfred Bischoff als eine entscheidende Hürde für die Fusion eingestuft worden war, nicht das wirkliche Problem sei. Es gehe vielmehr um das Ausmaß der Konzentration bei den Aktionären und den Platz der Deutschen in dem neuen einheitlichen Unternehmen. Der eventuelle Verzicht auf eine Fusion der Dasa mit BAe zugunsten einer britischen Achse BAe-GEC bedeute nicht, daß von französischer Seite der Dasa eine ähnliche Struktur vorgeschlagen werde.

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