US-Inflation Tiefstand

Die Verbraucherpreise sind 1998 trotz deutlich gestiegener Tabakpreise auf den niedrigsten Stand seit zwölf Jahren gesunken.

Washington - Binnen Jahresfrist habe sich der Index der Verbraucherpreise (CPI) um 1,6 Prozent erhöht. Das teilte das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mit. Geringer war die Teuerung zuletzt 1986. Damals betrug der Anstieg 1,1 Prozent. Als Grund für den moderate Inflation im vergangenen Jahr nannte das Ministerium vor allen die gesunkenen Energiekosten. Wegen der geringen Nachfrage in Asien und in etlichen Schwellenländern seien die Preise für Heizöl und Gas 1998 um 8,8 Prozent gesunken, hieß es. Allein im Dezember habe der Rückgang 1,4 Prozent betragen.

Aber auch Kleidung und Elektronik-Artikel hätten sich im vergangenen Jahr verbilligt, erklärte das Arbeitsminsterium weiter. Wegen der schwachen internationlen Nachfrage hätten die Hersteller die Preise zurücknehmen müssen. Entgegen des allgemeinen Trends verteuerten sich Tabakwaren deutlich um 18,3 Prozent. Die vier größten US-Takakkonzerne hatten nach dem Entschädigungsabkommen mit den Bundesstaaten die Preise für Zigarretten erhöht. Die Unternehmen hatten sich im November auf die Zahlung von 206 Milliarden Dollar verpflichtet, um Ansprüche aus Einzelklagen abzuwenden.

Im Dezember stiegen die US-Verbraucherpreise den Angaben zufolge um 0,1 Prozent. Damit verlangsamte sich der Preisauftrieb von 0,2 Prozent im November. Dabei blieben etwa die schwankungsanfälligen Lebensmittelpreise weitgehend unverändert. Volkswirte hatten für den letzten Monat des Jahres eine Teuerung von 0,2 Prozent prognostiziert. Die Reaktion von Analysten auf die Dezember-Daten fiel entsprechend positiv aus. "Die Zahlen zeigen eine unveränderte Tendenz: Solides Wachstum bei geringer Inflation", sagte Charles Reinhard von ABN Amro.

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