Broadvision Neue Systeme, neue Kunden

Der im Nemax 50 notierte US-Softwareanbieter verringert die Verluste. Der Umsatz macht Sorgen.

Frankfurt am Main - Der auch im Nemax 50 notierte US-Software-Anbieter BroadVision  hat im vierten Quartal durch höhere Lizenzerlöse einen geringeren Verlust verzeichnet als von Analysten erwartet. Allerdings verfehlte das Unternehmen die Umsatzprognosen. Die Aktie gehörte zum Auftakt am Freitag zu den größten Verlierern im Nemax 50.

Der Verlust auf Pro-Forma-Basis vor Abschreibungen und anderen Sonderposten habe sich auf 8,2 (Vorquartal: 15,9) Millionen Dollar oder drei (sechs) Cent je Aktie gegenüber dem Vorquartal halbiert, teilte Broadvision am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit. Analysten hatten einen höheren Verlust von fünf Cent je Aktie erwartet. Der Nettoverlust im vierten Quartal habe sich auf 55,6 Millionen Dollar von 64 Millionen Dollar im Vorjahr verringert.

Das Pro-Forma-Ergebnis für das vierte Quartal schließt nach Angaben von Broadvision Abschreibungen auf den Firmenwert und Belastungen für Restrukturierungskosten von 20 Millionen Dollar aus. Desweiteren sei eine Wertminderung auf Vermögenswerte von 8,8 Millionen Euro in diesem Ergebnis nicht enthalten.

Taiwan und Indien auf der Liste

Beim Umsatz erreichte der Anbieter von personalisierten Anwendungen für elektronische Geschäftsprozesse die Analystenerwartungen nicht. Broadvision wies für das vierte Quartal gegenüber dem Vorquartal leicht rückläufige Erlöse von 48 (51,2) Millionen Dollar aus. Analysten hatten im Durchschnitt 54,4 Millionen Dollar Umsatz erwartet. Im vierten Quartal 2000 hatte Broadvision Erlöse von 136,9 Millionen Dollar ausgewiesen.

Broadvision hat den Angaben nach im vierten Quartal neue Content-Management-Lösungen eingeführt, die erstmals den gesamten Bereich vom Entwurf über das Erstellen, Verwalten, Präsentieren bis zum Archivieren personalisierter Daten abdecken. Content-Management-Lösungen optimieren Geschäftsprozesse bei Unternehmen und ermöglichen den Zugriff auf bestimmte Daten von Anbieter- und Kundenseite. Als Neukunden seien im vierten Quartal unter anderem das taiwanische Verteidigungsministerium, der Staat Minnesota und die indische Bahn hinzugewonnen worden.