Nokia Analysten begeistert

"Sie haben einen fantastischen Job gemacht", lobt eine Expertin die Zahlen des Handy-Konzerns. Sie haben die Erwartungen vieler Analysten übertroffen. Konzernchef Ollila gibt sich weiter optimistisch. Mit der neuen Gerätegeneration soll der schwächelnde Gesamtmarkt wieder anziehen.

Helsinki/Stockholm - Der finnische Nokia-Konzern  hat als einziger unter den führenden Handy-Herstellern auch im vergangenen Jahr Milliarden-Gewinne mit Mobiltelefonen gemacht. Der Ertrag vor Steuern brach im Jahresvergleich allerdings um 41 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro (6,84 Milliarden Mark) ein, wie das Unternehmen am Donnerstag in Helsinki berichtete. Der Umsatz stieg um drei Prozent auf 31,2 Milliarden Euro.

Vor allem wegen der optimistischen Prognosen des Unternehmens für den Telekom-Markt in diesem Jahr zog der Nokia-Aktienkurs nach Veröffentlichung der Jahresbilanz an. Bis zum Handelsschluss stieg das Papier in Frankfurt um annähernd sieben Prozent auf 27,08 Euro. In Helsinki stiegen die Papiere um mehr als zehn Prozent.

Nokia erwartet für 2002 ein Wachstum des Handy-Gesamtabsatzes um 15 Prozent gegenüber 380 Millionen Einheiten 2001. Der finnische Marktführer will auch wie angekündigt in der zweiten Jahreshälfte die neuen Handys der dritten Generation auf den Markt bringen.

Konzernchef Jorma Ollila erklärte, er sei vor allem über das gute Abschneiden seines Unternehmens im vierten Quartal "mehr als glücklich." Nokia erwirtschaftete in den letzten drei Monaten einen Gewinn von 1,6 Milliarden Euro. Der operative Pro-Forma-Gewinn für 2001 ging auf 5,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 5,9 Milliarden Euro) zurück.

Als positiv hob Ollila auch die anhaltend steigenden Marktanteile von Nokia beim weltweiten Handy-Verkauf hervor. Das Unternehmen verkaufe nun 37 Prozent aller Mobiltelefone. Es liegt damit weit vor Motorola  (USA), Siemens  (Deutschland) und Ericsson  (Schweden).

Zahlen für das vierte Quartal über den Erwartungen

Wichtige Kennzahlen der Nokia-Bilanz für das vierte Quartal liegen über den Prognosen der Analysten. Sie hatten zuvor einen Umsatz für das vierte Quartal zwischen 8,5 und 8,7 Milliarden Euro prognostiziert. Der Quartalsumsatz ging netto allerdings nur auf 8,79 Milliarden Euro von 9,28 Milliarden Euro zurück.

Auch das von Nokia ausgewiesene Ergebnis je Aktie liegt mit 0,24 Euro über den Schätzungen der Experten. Sie gingen von einem Gewinn je Titel von 0,21 Euro aus.

Den Vorsteuergewinn vor Sonderposten bezifferte Nokia mit 1,631 Milliarden Euro nach 1,772 Milliarden Euro zuvor. Analysten hatten mit 1,415 bis 1,464 Milliarden Euro gerechnet.

Für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres rechnen die Finnen mit einem Umsatzrückgang von sechs bis zehn Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Zudem wird ein verwässerter Gewinn je Aktie von 0,15 bis 0,17 Euro erwartet. Im Geschäftsjahr 2002 werde der weltweite Handyabsatz um zehn bis 15 Prozent auf 420 bis 440 Millionen steigen.

"Sie haben einen fantastischen Job gemacht"

"Sie haben einen fantastischen Job gemacht", sagte Susan Antony von der französischen Bank Credit Lyonnais. Sie sei nicht überrascht, dass Nokia an seinem Jahresausblick festgehalten habe.

"Im vierten Quartal lag die Gewinnmarge bei Handys bei 22 Prozent und damit deutlich über der Analystenschätzung von 19 Prozent", sagte Jussi Hyoety, Analyst bei FIM Securities in Helsinki. Dies sei der wesentliche Grund, dass die Quartalsergebnisse von Marktbeobachtern überraschend positiv aufgenommen worden seien und der Aktienkurs kräftig gestiegen sei. "Insgesamt hat sich Nokia im vierten Quartal viel besser entwickelt, als ich erwartet hatte."


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