Bankenhaftung Der Fall Infomatec

Der Vorwurf:

Die Vorstände Alexander Häfele und Gerhard Harlos sollen Anleger mit falschen Ad-hoc-Meldungen getäuscht haben. Die Gründer der Augsburger Softwareschmiede Infomatec  vermeldeten im Frühjahr 1999 in zwei Mitteilungen, dass der Telekom-Konzern Mobilcom Programmpakete im Wert von knapp 30 Millionen Euro geordert hätte.

In Wahrheit betrug der Auftragswert nur gut sieben Millionen Euro. Als der Schwindel aufflog, stürzte der Kurs der am Neuen Markt notierten Aktie ab. Deshalb fordern Anleger Schadenersatz von den Vorständen des mittlerweile insolventen Unternehmens.

Die Chancen: Die 3. Zivilkammer des Augsburger Landgerichts verurteilte Harlos und Häfele Ende September 2001 in einem spektakulären Urteil, einem Aktionär Verluste im Gegenwert von rund 50.000 Euro zu ersetzen, weil die beiden Manager vorsätzlich falsche Angaben nach Paragraph 15 des Wertapierhandelsgesetzes gemacht hätten.

Ein Novum. Bisher entschieden die Gerichte immer gegen die Anleger, weil ihnen laut Gesetz bei falschen Ad-hoc-Meldungen kein Schadenersatz zustehe.

Dies mussten auch vier weitere Infomatec-Kläger erfahren, deren Fall Anfang 2002 verhandelt wurde - ebenfalls vor dem Augsburger Landgericht. Die Richter, diesmal Vertreter der 6. Zivilkammer, fällten ein Urteil gegen die geschädigten Aktionäre, da ihrer Meinung nach kein vorsätzliches Fehlverhalten der beiden damaligen Unternehmensvorstände nachweisbar war.

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