Börse heute Kosovo-Krise verdirbt die Stimmung

Berichte über einen Einmarsch serbischer Truppen in Albanien ließen den Dax am frühen Nachmittag einknicken. Wall Street bleibt dagegen optimistisch und startet höher.

Frankfurt/New York - Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag im Gefolge einer freundlichen Auftakttendenz an der Wall Street mit Gewinnen, aber unter Tageshoch geschlossen. Der Deutsche Aktien-Index Dax stieg auf dem Frankfurter Börsenparkett um 40,02 Zähler auf 5.199,18 Punkte. Auf Xetra-Basis schloß das Marktbarometer bei 5.225,22 Punkten. Der M-Dax der 70 führenden Nebenwerte legte um 22,89 auf 3 805,93 Punkte zu.

Der Dow Jones konnte im ersten Handel am Nachmittag zulegen. Anleger und Börsianer blicken weiterhin zuversichtlich auf steigende Unternehmensgewinne. Die in den nächsten Tagen fälligen Quartalszahlen beflügeln den Handel damit weiterhin.

Die deutschen Aktien waren am Morgen im Sog der Vortags-Rekordbörse in New York mit deutlichen Gewinnen in den Tag gestartet. Berichte über einen Einmarsch serbischer Truppen in Albanien ließen den Dax dann am frühen Nachmittag einknicken. Das Marktbarometer fiel von seinem Tageshoch, das bei 5 227,68 Punkten lag, binnen Minuten auf 5 175,37 Punkte zurück. Anschließend beruhigte sich die Stimmung wieder.

"Der Knick hat uns eindeutig gezeigt, womit sich die Börse beschäftigt", urteilte ein Händler. Nicht fundamentale Unternehmensnachrichten, sondern die Krise auf dem Balkan sei ausschlaggebend für Gewinne und Verluste. Der Markt sei sehr nervös, hieß es.

Unter dem Krisenszenario litten vor allem Finanztitel. Dresdner büßten 3,38 Prozent auf 37,20 Euro ein. Hypovereinsbank, die zwischenzeitlich um fast fünf Prozent gestiegen waren, ermäßigten sich kurzfristig deutlich. Sie konnten aber dann noch um 2,5 Prozent im Plus bei 57,40 Euro schließen. Das Papier sei gegenüber anderen Finanztiteln lange genug vernachlässigt worden, hieß es. Vortagsfavorit Linde lag im Minus. Papiere des Wiesbadener Anlagenbauers gaben um 3,37 Prozent auf 559 Euro nach. Auch Hoechst verloren über 3,3 Prozent auf 40,80 Euro.

Adidas stiegen um 4,4 Prozent auf 79,50 Euro. Händler machten Nachholbedarf nach den Vortagsverlusten geltend. Henkel legten um 4,22 Prozent auf 71,60 Euro zu, Degussa-Hüls machten 3,41 Prozent auf 36,40 Euro gut. Thyssen-Krupp kletterten um 5,29 Prozent auf 19,90 Euro. Daimler-Chrysler gewannen 2,99 Prozent auf 91,25 Euro.

Am Rentenmarkt verbilligten sich Anleihen um bis zu 0,6 Prozentpunkte. Die Umlaufrendite wurde um drei Basispunkte auf 3,55 Prozent angehoben. Der Bund Future verlor 34 Stellen auf 115,76. Der Rentenindex fiel auf 119,105 (Vortag: 119,218) Punkte. Die Bundesbank deckte sich mit Papieren im Wert von per Saldo 59,1 Millionen Euro ein. Mark-Auslandsanleihen tendierten knapp behauptet.

Die Europäische Zentralbank in Frankfurt stellte den Referenzkurs des Euro am Dienstag mit 1,0765 (Montag: 1,0867) Dollar fest. Für den US-Dollar ergab sich damit zur D-Mark ein Kurs von 1,8168 (1,7998) Mark. Anschließend erholte sich der Euro auf 1,0892 Dollar.

In London legte der Preis für die Feinunze Gold am Nachmittag auf 283,45 Dollar zu. Zum Vormittagsfixing hatte sich das Edelmetall um 70 Cent auf 282,50 Dollar ermäßigt.

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