Montag, 19. August 2019

Die Thilenius-Kolumne Kaufen vor dem Aufschwung

Die Rezession in den USA wird bald wieder einem Konjunkturaufschwung weichen. Ein guter Zeitpunkt, jetzt auf Aktien zu setzen, meint Georg Thilenius.

 Georg Thilenius , Vermögensverwalter aus Stuttgart , schreibt regelmäßig für manager-magazin.de
Georg Thilenius, Vermögensverwalter aus Stuttgart, schreibt regelmäßig für manager-magazin.de

Das amerikanische Statistikbüro hat gerade erklärt, dass sich Amerika seit März dieses Jahres in der Rezession befindet. Die Finanzmärkte meinen jedoch, das es sich dabei nur um die milde Variante handelt. Der jetzt amtlich verkündeten Rezession sollte schon bald ein Konjunkturaufschwung folgen.

Die Tatsache, dass die Rezession schon seit März 2001 läuft, ruft die Statistiker auf den Plan. Alle wollen nämlich wissen, wann die Rezession nun endet. Ein Blick in die Historie der vergangenen fünf Rezessionsphasen in USA zeigt uns, dass eine Rezession im Durchschnitt elf Monate dauert. Die kürzeste Rezession der Nachkriegszeit war im Jahre 1980 mit einer Dauer von sechs Monaten. Die beiden längsten Rezessionen der Nachkriegszeit von November 1973 und Juli 1981 an, dauerten jeweils 16 Monate. Damit liegt die Spanweite zwischen sechs und 16 Monaten.

Wenn man nun den Mittelwert von elf Monaten nimmt, sollte eigentlich die Rezession ab Februar 2002 zu Ende sein. Wenn wir den Extremwert von 16 Monaten nehmen, der jedoch nur in den beiden Rezessionen der Ölkrisen erreicht wurde, wovon dieses mal keine Rede sein kann, sollte die Rezession spätestens im Juli 2002 zu Ende sein.

Dieser Meinung haben sich offensichtlich zunächst die Aktienmärkte und dann auch die Rentenmärkte angeschlossen. Die Aktenmärkte sind seit dem Tief Ende September bereits kräftig gestiegen. Die Rentenmärkte haben noch einige Wochen gezögert. Seit dem Zinstief vom 7. November sind jedoch die Renditen der amerikanischen Staatsanleihen fast über die gesamte Laufzeit hinweg um 80 bis 90 Basispunkte angestiegen. Die Rendite der Staatsanleihe mit zehn Jahren Laufzeit erreichte vor kurzem erstmals die Marke von fünf Prozent, nachdem das Tief von 4,18 Prozent gerade einmal drei Wochen vorher erreicht war.

Die Wende zuerst an den Aktenmärkten und dann an den Zinsmärkten bedeutet, dass die Finanzmärkte wieder eine gemeinsame Sprache sprechen.

Das bedeutet für den langfristigen Investor, dass jetzt, mitten in der Rezession und kurz vor deren Ende, eine gute Zeit ist, mit Akteininvestments anzufangen. Wer dem vielbesprochenen Wiederaufschwung des Technologiebereiches nicht so richtig trauen mag, ist sehr gut bedient mit den jetzt im langfristigen Vergleich relativ preiswerten großen Pharmaunternehmen wie Pfizer und Johnson & Johnson. Die Diskussion um die Biotechnologie der vergangenen Wochen zeigt, dass hier langfristig großes Potenzial für die Erschließung neuer Märkte und damit auch deutlich höherer Gewinne liegt.

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