Kinowelt Feuer unterm Dach

ABN Amro kappt einen 100-Millionen-Mark-Kredit, und ein Designated Sponsor springt ab.
Von Clemens von Frentz und Lutz Reiche

Hamburg – Die Situation der angeschlagenen Kinowelt Medien AG  spitzt sich dramatisch zu. Nach dem 100-Millionen-Mark-Kredit von ABN Amro verliert das Unternehmen nun auch einen "Designated Sponsor". Die Bank Sal. Oppenheim hat den Vertrag zum Jahresende gekündigt. Das bestätigte Jörg Lang, Investor-Relations-Sprecher des am Neuen Markt notierten Unternehmens, gegenüber manager-magazin.de

Bereits Anfang November hatte Wolfgang Gerhardt, Leiter Equity Capital Markets bei Sal. Oppenheim die Kündigung von Betreuermandaten in Aussicht gestellt. Seine Bank werde künftig nur noch als Designated Sponsor von solchen Aktien auftreten, deren Unternehmen einen hohen Bör-senwert oder ein großes Anleger-Interesse aufwiesen.

Nach dem Rückzug von Sal. Oppenheim bleiben der Kinowelt Medien AG noch zwei Betreuerbanken: Die HypoVereinsbank und die BHF Bank, die beim Börsengang des Unternehmens am 12. Mai 1998 Konsortialführer war.

Beide Banken denken nach eigener Auskunft über eine Fortsetzung der Betreuung nach. Hypovereinsbank-Sprecherin Antje Terrahe gegenüber manager-magazin.de: "Wir werden uns die Entwicklung bei Kinowelt sehr genau ansehen und dann entscheiden." Ähnlich äußerte sich BHF-Bank-Sprecher Wilhelm Burmester: "Wir haben bislang den Betreuungs- und den Kreditvertrag mit Kinowelt nicht gekün-digt. Sollte das Insolvenzverfahren eröffnet werden, müssen wir unsere Zusagen neu überdenken."

Am Montagmorgen hatte der Kinowelt-Vorstand mitgeteilt, dass die niederländische ABN Amro Bank dem Unternehmen Kredite mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Mark gekündigt hat. Wenn keine kurzfristige Einigung mit ABN Amro möglich sei, müsse voraussichtlich ein Insolvenzverfahren eingeleitet werden, ergänzte ein Sprecher des Unternehmens.


Kinowelt - die letzte Vorstellung?

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