Telekom Angst vor US-Aktionären kehrt zurück

Die T-Aktie gibt nach: Im Index von Morgan Stanley verliert sie an Gewicht.

Frankfurt am Main - Die Aktie der Deutschen Telekom  hat am Montag weiter nachgegeben, nachdem sie bereits am Freitag mit Verlusten ins Wochenende gegangen war. Bis zum Börsenschluss gab das Papier 1,9 Prozent auf 19,02 Euro ab und zählte damit zu den schwächsten Werte im Dax.

Händler führten den Kursrückgang auf die Ende dieser Woche auslaufende zweite Haltefrist für T-Aktien zurück, die im Zuge der VoiceStream-Übernahme an Altgesellschafter der US-Mobilfunkunternehmens ausgegeben worden waren. Rund 200 Millionen weitere T-Aktien könnten auf diese Weise auf den Markt kommen, schätzen Analysten. Auch spiele die Neugewichtung des Index MSCI eine Rolle, in dem die Telekom aufgrund ihres relativ geringen Streubesitzes eine weniger wichtige Stellung haben wird.

Nach anderslautenden kursbelastenden Marktgerüchten hatte die Deutsche Telekom am Freitag betont, dass die Haltefrist für Mitarbeiteraktien aus ihrem ersten Börsengang vor fünf Jahren erst 2002 endet. Spekulationen, die Papiere könnten schon zu Beginn dieser Woche veräußert werden, hatte das Papier am Freitag zusätzlich unter Druck gesetzt.

Kaufempfehlung "nicht irregulär"

Unterdessen hat die Börsenaufsichtsbehörde ihre Ermittlungen gegen die Deutsche Bank im Zusammenhang mit der Kaufempfehlung für die Telekom-Aktie eingestellt. Wie der hessische Wirtschaftsminister Dieter Posch am Freitag in Wiesbaden mitteilte, hatte die Kaufempfehlung der Deutschen Bank für die Aktien der Deutschen Telekom im August 2001 keinen irregulären Einfluss auf die Preisfeststellung an der Frankfurter Börse.

Die Frankfurter Großbank war in die Kritik geraten, nachdem sie zunächst eine Studie eines Analysten veröffentlicht hatte, in der zum Kauf der Telekom-Aktien geraten wurde, und kurz danach selbst ein großes Telekom-Aktienpaket eines Kunden veräußerte. Der Börsenkurs der Deutschen Telekom hatte daraufhin deutlich nachgegeben.

"Keine signifikanten Auswirkungen"

Der Verdacht, die Bank könnte versucht haben, die Verkaufsabsichten für ihren Kunden zu verbessern, habe sich nicht bestätigt, betonte das Ministerium.

Bei dem besagten Paketverkauf von Telekom-Aktien habe es sich um ein außerbörsliches, so genanntes "kombiniertes Termin- und Optionsgeschäft" gehandelt. Zum Abschluss dieses Geschäftes sei es mehr als 80 Stunden nach der Veröffentlichung der Studie gekommen. Die von der Börsenaufsichtsbehörde untersuchten Geschäftsabläufe hätten keine signifikanten Auswirkungen auf die Preisfeststellungen an den jeweiligen Börsen gezeigt, betonte der Minister.