D.Logistics Bundesaufsichtsamt wird aktiv

Ein hoher Kurs- und Umsatzsprung vor der jüngsten Ad-hoc-Meldung des Logistik-Dienstleisters sorgt für Irritationen.
Von Clemens von Frentz

Hamburg – Das Frankfurter Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe) leitet eine Voruntersuchung ein, um zu klären, ob es vor der jüngsten Ad-hoc-Meldung der am Neuen Markt notierten Firma D.Logistics (WKN 510150) möglicherweise zu Käufen durch Insider kam.

Am 21. November veröffentlichte das Hofheimer Unternehmen in einer Ad-Hoc-Meldung seine Zahlen für die ersten neun Monate des aktuellen Geschäftsjahres. Der Logistik-Dienstleister erreichte nach eigenen Angaben von Januar bis September nach vorläufigen Berechnungen Konzernerlöse von 493 Millionen Euro nach 211 Millionen Euro in der entsprechenden Vorjahresperiode – ein Plus von 134 Prozent.

Der Kurs der Aktie konnte von dieser Meldung kräftig profitieren, das Papier gehörte am Mittwoch zu den stärksten Gewinnern im Neuen Markt. Analysten begründeten dies auch mit dem Ausblick, den D.Logistics veröffentlichte. Im Gesamtjahr 2001 soll der Umsatz auf rund 700 Millionen Euro gesteigert werden - gegenüber dem Vorjahreswert von 383 Millionen Euro fast eine Verdoppelung.

Allerdings hatte die Aktie auch schon am Vortag bei hohen Umsätzen deutlich zugelegt. Am Dienstag-Mittag notierte das Papier mit einem Plus von über zehn Prozent.

Dieser Sachverhalt war nicht nur Markbeobachtern, sondern auch mehreren Händlern aufgefallen; einige von ihnen äußerten anschließend die Vermutung, bereits im Vorfeld hätten Anleger von der positiven Meldung gewusst und vorgekauft. Ein Händler kommentierte den Vorgang mit den Worten: "Das ist so offensichtlich, da stolpert ja meine Oma mit dem Krückstock drüber."

Das Bundesaufsichtsamt will nun klären, ob es im Vorfeld der Meldung zu Käufen durch Insider kam. BAWe-Sprecherin Sabine Reimer gegenüber manager-magazin.de: "Der Kursgewinn und die Umsätze waren nach Einschätzung unserer Experten auffallend hoch. Wir leiten daher eine erste Voruntersuchung ein, um den Fall zu klären."