Porsche Wiedeking bleibt am Steuer

Konzernlenker Wendelin Wiedeking sonnt sich im Glanz der guten Bilanz. Trotz schwacher Konjunktur hat der Autobauer wieder ein Rekordergebnis eingefahren. Zur Belohnung verlängert der Aufsichtsrat seinen Vertrag.

Stuttgart - Die Stuttgarter Sportwagenschmiede fährt weiter unter Vollgas. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hat am Freitag erneut Rekordzahlen präsentieren können. Zugleich wurde bekannt, dass der 49-jährige Manager seinen Vertrag bis zum Jahr 2007 verlängert hat.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2000/2001 (31. Juli) steigerte das Unternehmen den Konzerngewinn vor Steuern um 37 Prozent auf die Rekordhöhe von 592,4 Millionen Euro, der Jahresüberschuss lag bei 270,5 Millionen Euro nach 210 Millionen Euro im Vorjahr.

Der Hauptversammlung am 18. Januar wird eine Dividende von 2,54 Euro (Vorjahr: 1,48 Euro) für die Stammaktionäre und 2,60 Euro (Vorjahr: 1,53 Euro) für die Inhaber der börsennotierten Vorzugsaktien vorschlagen. Damit steigt die Ausschüttungssumme auf 45 (26,4) Millionen Euro. Die Vorjahreszahlen wurden dabei an den Aktiensplitt vom April im Verhältnis 1:10 angepasst. Die verbleibenden 89 Millionen Euro Gewinn der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG sollen in Gewinnrücklagen eingestellt werden.

Wiedeking fuhr Porsche aus der Krise

Wiedekings Vertrag wäre Ende September 2002 ausgelaufen und wird laut dem Beschluss des Aufsichtsrats vom Freitag um genau fünf Jahre verlängert. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen, hieß es. Der gebürtige Westfale steht seit 1993 an der Spitze des Sportwagenbauers. Porsche hatte unter seiner Führung die Krise überwunden und sich zu einem der erfolgreichsten Autokonzerne der Welt entwickelt.

Der Absatz stieg wie bereits seit September bekannt um zwölf Prozent auf 54.586 Autos, der Umsatz legte um knapp 22 Prozent auf 4,44 Milliarden Euro zu. Für das laufende Geschäftsjahr bleibt Wiedeking optimistisch: "Wir verzeichnen weltweit eine starke Nachfrage nach unseren beiden Modellreihen 911 und Boxster." Auch wenn sich der Absatz auf Grund der schwachen Konjunktur rückläufig entwickeln sollte, würde das Ergebnis von einem besseren Modellmix profitieren und weiter steigen.

Im wichtigsten Markt Nordamerika war der Absatz im Oktober im Vorjahresvergleich bereits zum dritten Mal in Folge zurückgegangen. Produktionsanpassungen seien jedoch nicht geplant. Die Porsche-Aktie, seit dem 24. September nicht mehr im MDax notiert, war im September auf ein Tief von 199 Euro gestürzt, hatte sich in den vergangenen Wochen aber wieder erholt. Am Freitag legte der Kurs bis zum Nachmittag leicht um 0,26 Prozent auf 392,00 Euro zu. Im kommenden Jahr bringt Porsche mit dem in Leipzig produzierten Geländewagen Cayenne die dritte Baureihe auf dem Markt.

Gewinnmitnahmen belasten die Aktie

Trotz der guten Zahlen notierte die Aktie zum Wochenschluss schwächer. Anleger hätten vor dem Wochenende mit Gewinnmitnahmen begonnen, sagten Händler und Analysten.

"Die Ergebnisse waren viel besser, als wir es erwartet haben," sagte Merck-Finck-Analystin Pia-Christina Schulze. "Es war wirklich ein hervorragendes Jahr für Porsche, aber die Aktie ist bereits recht hoch bewertet," sagte Schulze. Sie bestätigte die Aktie als "Marketperformer". Das Unternehmen habe sich recht vage über die Aussichten im kommenden Jahr geäußert, fügte die Analystin hinzu.


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