Comdirect Prognosen übertroffen

Der Verkauf der Auslandstöchter ist beschlossen, das Inlandsgeschäft läuft besser als erwartet.

Frankfurt - Der Online-Broker Comdirect  will wie erwartet seine Auslandstöchter in Italien und Frankreich noch 2001 verkaufen und hat im dritten Quartal einen geringeren Verlust als von Analysten prognostiziert erlitten. Der Geschäftsverlauf in Italien und Frankreich habe nicht den Erwartungen entsprochen, teilte die Bank am Freitag in Frankfurt mit.

Der Verlust nach Steuern betrug im dritten Quartal 9,591 (5,343) Millionen Euro. Analysten hatten im Durchschnitt einen Fehlbetrag von 14,42 Millionen Euro erwartet. Vor Steuern lag der Fehlbetrag bei 12,866 (1,160) Millionen Euro. Hier hatten die Experten ein Minus von 19,75 Millionen Euro erwartet.

Die Börse honorierte die vorgelegten Geschäftszahlen mit einem leichten Plus. Am Freitag ging die Comdirect-Aktie mit einem Kursaufschlag von 3,3 Prozent auf 10,90 Euro in den Handel.

Die Bereinigung steht an

Bei den Aktivitäten in Frankreich und Italien sei die Gewinnschwelle in der ursprünglich angestrebten Zeit nicht zu erreichen gewesen, teilte die Bank mit. Das Institut wolle sich jetzt auf das Geschäft in Deutschland und Großbritannien konzentrieren. Analysten zufolge hat der mehrheitlich zur Commerzbank gehörende Online-Broker in Frankreich rund 3500 Depots, in Italien sollen es zum Halbjahr lediglich 190 gewesen sein. Commerzbank-Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller hatte bereits im Oktober gesagt, dass vermutlich nicht alle Auslandstöchter der Comdirect behalten werden sollten.

Wer der Käufer für die französischen und italienischen Aktivitäten sein werde, teilte die Bank am Freitag nicht mit. Es hieß lediglich, dass die Umsetzung der Pläne für Europa zu außerordentlichen Wertberichtigungen führen könne. "Bereinigt um die außerordentlichen Wertberichtigungen werden wir in der AG in diesem Jahr ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen", bekräftigte Vorstandssprecher Bernt Weber seine Prognose für das Gesamtjahr.

Den Neukundenzuwachs bezifferte Comdirect für das dritte Quartal mit 12.800. Den Provisionsüberschuss gab die Bank mit 18,265 (45,650) Millionen Euro an. Neukunden- und Orderzahlen hätten erneut unter dem Einfluss schwacher Aktienmärkte gestanden. "Die spürbare Zurückhaltung bei den Wertpapieraufträgen hielt im dritten Quartal weiter an", teilte die Bank mit.

In den ersten neun Monaten erwirtschaftete Comdirect den Angaben zufolge im Konzern einen Fehlbetrag nach Steuern von 46,387 (8,281) Millionen Euro, der Verlust pro Aktie lag bei 0,33 nach einem Gewinn pro Aktie von 0,09 Euro im Vorjahreszeitraum.

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