Volkswagen Ergebnis deutlich gesteigert

Der Autobauer überrascht Analysten mit guten Zahlen. Der Konzern hält an seiner Prognose fest, das Vorjahresergebnis zu übertreffen.

Hamburg - Der Volkswagen-Konzern  hat seinen Gewinn im dritten Quartal deutlich stärker gesteigert als von Analysten erwartet und steuert ungeachtet der unsicheren Konjunktur im Gesamtjahr auf ein weiteres Rekordergebnis zu. Der Wolfsburger Autohersteller steigerte sein Vorsteuerergebnis nach deutscher HGB-Rechnung einem Zwischenbericht vom Dienstag zufolge um knapp zehn Prozent auf 988 Millionen Euro. Analysten hatten einen Rückgang auf 631 Millionen Euro prognostiziert.

VW bekräftige seine Prognose, wonach der nach internationalen Bilanzregeln ermittelte Vorsteuergewinn im Gesamtjahr das Vorjahresergebnis übertreffen werde. Die VW-Aktie konnte sich in einem insgesamt schwächeren Markt behaupten.

Nach HGB-Rechung steigerte Europas größter Autokonzern seinen Überschuss bei einem um 0,6 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro nur leicht gestiegenen Konzernumsatz um 23,5 Prozent auf 621 Millionen Euro. Analysten hatten mit einem Rückgang auf 334 Millionen Euro gerechnet.

Der Reingewinn nach internationalen IAS-Regeln, auf die Volkswagen seine Bilanz im laufenden Jahr umstellt, lag im dritten Quartal sogar bei 903 Millionen Euro. Damit erhöhte sich der Überschuss im Vergleich zum Vorquartal um fast 300 Millionen Euro. Analysten hatten hingegen einen stabilen Gewinn prognostiziert.

Überraschend hoher Gewinnanstieg

Die Autoexperten großer Banken bewerteten die Zahlen in ersten Stellungnahmen einhellig positiv. Zugleich zeigten sie sich überrascht über die Höhe des Gewinnanstiegs. "Die Zahlen sind besser als erwartet, aber rätselhaft", sagte Rolf Woller von der HypoVereinsbank in München. Insbesondere sei unklar, woher ein von VW ausgewiesenes sonstiges betriebliches Ergebnis von 470 Millionen Euro stamme. Diese Summe dürfte etwa mit den erwarteten Abschreibungen für die von dem Konzern von einem Jahr zurückgekauften eigenen Aktien übereinstimmen, sagte Woller.

Neben der abflauenden Autokonjunktur, die sich im September wegen der Anschläge in den USA noch verstärkte, hatten Analysten bei ihren Prognosen für einen Gewinnrückgang im dritten Quartal einen VW-internen Bilanzeffekt unterstellt. Sie waren davon ausgegangen, dass Abschreibungen in Folge des Wertverlustes der eigenen Aktien den VW-Gewinn entscheidend drücken würden. Eine Antwort auf diese Frage erwarteten die Aktienexperten von einer für den Nachmittag geplanten Telefonkonferenz von VW.

Volkswagen begründete den Anstieg in dem Zwischenbericht unter anderem mit Kosteneinsparungen. Maßgeblichen Anteil am Ergebnis der ersten drei Quartale hätten zudem die Marken VW und Audi sowie die Regionen Nordamerika und Asien/Pazifik und der Konzernbereich Finanzdienstleistungen gehabt.

Nach Regionen aufgeschlüsselt standen im dritten Quartal Rückgänge bei den Auslieferungszahlen in Deutschland und Südamerika Steigerungen in Nordamerika, der Region Asien/Pazifik und Osteuropa gegenüber. In den USA schnitt Volkswagen im September, dem Monat der Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon, nach eigenen Angaben besser ab als selbst erwartet. Auf einem um 7,7 Prozent rückläufigen US-Pkw-Markt habe Volkswagen lediglich ein Verkaufsminus von 2,2 Prozent verbucht, hieß es. Für das dritte Quartal insgesamt wies der Konzern sogar einen leichten Anstieg der Auslieferungen von 0,8 Prozent in den USA im Jahresvergleich aus.

Prognose für 2002 bleibt aus

Während die Branchenexperten den von VW angepeilten Rekordgewinn 2001 überwiegend für erreichbar halten, machen sie hinter das nächste Jahr ein dickes Fragezeichen. "2002 ist völlig offen", sagte Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Erik Burgold von der BHF Bank fügte hinzu, der Wettbewerbsdruck werde im vierten Quartal und 2002 weiter steigen.

Volkswagen bekräftigte, der IAS-Gewinn vor Steuern werde 2001 trotz der schwieriger Branchenkonjunktur den des Vorjahres übertreffen.


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