Liffe Entscheidung um Terminbörse gefallen

Euronext gewinnt den Bieterwettstreit um die Terminbörse. London und Frankfurt gehen leer aus.

London/Paris - Die Dreiländerbörse Euronext hat den Bieterwettbewerb um die Londoner Terminbörse Liffe gewonnen und sich damit gegen die Deutsche Börse und die Londoner Börse (LSE) durchgesetzt.

Die Liffe empfehle ihren Anteilseignern die Annahme des Angebots von Euronext, die 555 Millionen Pfund (1,74 Milliarden Mark) oder 1,825 Pfund je Liffe-Anteilsschein in Bar bietet, teilte die Terminbörse am Montag mit. Der gesamte Handel mit Derivaten werde weiterhin auf der bisherigen Liffe-Handelsplattform Connect abgewickelt, hieß es zudem. Dabei werde der Standort London die europäische Drehscheibe des Euronext-Derivatehandels.

Die Aktie von Euronext wurde kurz vor der Bekanntmachung vom Handel ausgesetzt. Der Kurs der LSE-Aktie fiel nach Bekanntgabe der Entscheidung um zwei Prozent, die Titel der Deutschen Börse notierten wie schon im vorherigen Handelsverlauf um 1,4 Prozent leichter.

Bei den Verhandlungen drehte es sich Kreisen zufolge zuletzt nicht mehr hauptsächlich um den Preis, sondern um das zukünftige Management und die technischen Systeme. Die Terminbörse hatte sich vergangenen Monat selbst zum Kauf angeboten.

Am Freitag hatte es aus Kreisen geheißen, dass die von der LSE gebotenen 550 Millionen Pfund (rund 1,7 Milliarden Mark) oder 18 Pfund je Aktie leicht über den Angeboten von Euronext und Deutsche Börse lägen. Analysten hatten gesagt, die Hauptanteilseigner der Liffe, die US-Gesellschaften Blackstone Group und Battery Ventures, würden wohl auf die Annahme des Angebots mit dem höchsten Baranteil drängen.