HypoVereinsbank Blues in Blauweiß

Nach dem drastischen Gewinneinbruch um fast 75 Prozent zieht der Vorstand die Notbremse. Weitere 2200 Stellen und damit insgesamt 9100 Jobs fallen weg. 170 Filialen werden geschlossen. Die Konjunkturlage bleibt schwierig. Eine Trendwende ist nicht in Sicht.

München - Die HypoVereinsbank (Kurswerte anzeigen) reagiert mit einer neuen Führungsstruktur und weiteren Entlassungen auf einen Ergebniseinbruch im dritten Quartal. Der Gewinn vor Steuern ging in den Monaten Juli bis September um fast zwei Drittel auf 94 (Vorjahr pro forma: 280) Millionen Euro zurück, wie die zweitgrößte Bank Deutschlands am Donnerstag in München mitteilte. Damit liegt das Ergebnis noch unter den Erwartungen von Analysten.

Das Ergebnis nach Steuern und Anteilen Dritter fiel auf 68 (149) Millionen Euro. Für Kreditrisiken hat die HVB in den ersten neun Monaten bereits 1,335 Milliarden Euro zurückgestellt, für das ganze Jahr plant sie nun mit einer Vorsorge von 1,78 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalrendite sank zum 30. September auf 5,8 von 7,4 Prozent.

Weitere 2200 Stellen gehen verloren

Im Privat- und Geschäftskundenbereich der HypoVereinsbank sollen bis 2004 weitere 2200 Stellen gestrichen werden, womit sich der Arbeitsplatzabbau im Konzern auf 9100 summiert. Bis 2003 will die HypoVereinsbank ihr Filialnetz um weitere 170 auf 610 Zweigstellen zusammenstreichen. Die strategische Führung soll von Anfang 2002 an von einer "virtuellen Holding" geleistet werden, der sechs der elf Vorstandsmitglieder angehören. Das Privat- und Firmenkundengeschäft bleibt regional organisiert, dazu kommen die konzernübergreifenden Bereiche Real Estate, Corporates & Markets und Wealth Management.

"Damit garantieren wir eine effiziente Steuerung des größer gewordenen Konzerns, beschleunigen die Realisierung der Synergieeffekte (...) und schließen den Innenausbau der Bank ab", erklärte Vorstandssprecher Albrecht Schmidt.

Keine Trendwende in Sicht

Auch im Schlussquartal rechnet die HypoVereinsbank nicht mit einer spürbaren Besserung der Geschäftslage. Im operativen Bereich werde wegen der schwachen Konjunktur für das Gesamtjahr keine grundsätzliche Trendwende erwartet, sagte Schmidt. Zudem lasse sich noch nicht beurteilen, ob sich aus den weltpolitischen Entwicklungen weitere Belastungen ergeben werden.