Alan Greenspan Schnelle Erholung unwahrscheinlich

Der Notenbankchef dämpft die Erwartungen. Die Börse reagiert mit Verlusten.

Als Reaktion auf die Rede von US-Notenbankchef Alan Greenspan sind die deutschen Aktien-Kurse am Mittwoch ausgebremst worden.

Nachdem Greenspan am Spätnachmittag eine schnelle Erholung der US-Wirtschaft ausschlossen hatte, rutschten die Aktienkurse an der Wall Street in die Verlustzone. Das Verbrauchervertrauen werde sich wieder einstellen, gab sich Greenspan am Mittwoch zuversichtlich. Doch die Konjunktur sei noch nicht über den Berg - die Situation in den USA und weltweit müsse sich noch stabilisieren.

Zuletzt zeigte sich der Dax nur noch 0,5 Prozent fester bei 4650 Punkten. Erstmals seit den Attentaten in den USA überschritt allerdings der Neue Markt die 1000-Punkte-Marke. Der Nemax verteidigte am Abend bei geringen Umsätzen ein Plus von sechs Prozent.

Die Greenspan-Rede habe die Kurse deutlich belastet, sagte ein Händler einer Privatbank in Frankfurt. Es sei normal, das die Börsen auf die Rede des Zentralbankpräsidenten mit starken Ausschlägen reagierten. Die Schließung des US-Kongresses aus Furcht vor einem terroristischen Anschlag mit Milzbrand-Bakterien habe dagegen eine untergeordnete Rolle gespielt.

Am Neuen Markt verzeichneten die Aktien des einstigen Börsenlieblings EM.TV die stärksten Umsätze. "Es ist wie in alten Zeiten", sagte ein Händler. "Man kauft für 10 000 Euro eine Aktie und die anderen Anleger springen drauf an." Allerdings rechne kein institutioneller Anleger mit dauerhaft steigenden EM.TV-Kursen.

Am Rentenmarkt notierte der Bund Future 0,05 Prozent leichter bei 109,83 Punkten. Der REX verzeichnete beim Stand von 114,71 Zählern ein Minus von 0,08 Prozent. Die Umlaufrendite wurde mit 4,44 (Dienstag: 4,43) Prozent festgestellt. Der Kurs des Euro ist am Mittwoch gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 0,9022 (Dienstag: 0,9052) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,1678 (2,1607) DM.