Ford Tiefe Bremsspuren in der Bilanz

Der weltweit zweitgrößte Automobilhersteller ist tief in die Verlustzone gestürzt.

Deaborn – Der US-Autokonzern Ford  hat belastet von der schwachen Konjunktur auf dem US-Markt und den Folgen der Anschläge vom 11. September im dritten Quartal einen hohen Verlust erwirtschaftet.

Ohne Berücksichtigung von Einmaleffekten habe der Verlust 502 Millionen Dollar betragen, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 994 Millionen Dollar angefallen war, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Damit erwirtschaftete Ford erstmals seit 1992 in zwei aufeinander folgenden Quartalen Verluste. Der Umsatz sank von Juli bis September um neun Prozent auf 36,5 Milliarden Dollar. Das Ergebnis entsprach einem Verlust pro Aktie von 28 Cents und traf damit in etwa die Erwartungen von Analysten.

"Es war ein schwieriges Quartal. Unsere Ergebnisse wurden von einer verunsicherten und sich verlangsamenden US-Konjunktur beeinträchtigt, der die tragischen Ereignisse vom 11. September zugesetzt haben", teilte Firmenchef Jacques Nasser mit.

Absatzrückgang um zehn Prozent im dritten Quartal

Der Absatz des US-Konzerns nahm im dritten Quartal um zehn Prozent ab. Nach Steuern wies Ford einen Quartalsverlust von 692 Millionen Dollar aus, nach einem Gewinn von 888 Millionen vor Jahresfrist. Im zweiten Quartal 2001 hatte Ford bereits einen operativen Verlust von 551 Millionen Dollar erwirtschaftet.

Ford leidet auch unter schwächeren Geschäften der zum Konzern gehörenden Autovermietung Hertz, deren Buchungen nach den Anschlägen vom 11. September um etwa ein Drittel gefallen sind, da weniger Menschen Flugzeuge benutzen und damit auch weniger Mietwagen an Flughäfen verwendet werden. Während Ford für das nordamerikanische Autogeschäft einen Verlust von 849 Millionen Dollar auswies, sank der Verlust der Europa-Sparte von Ford im dritten Quartal auf 24 (Vorjahr 221) Millionen Dollar.

Großzügigkeit gegenüber den Kunden belastet

Nach früheren Angaben aus Firmenkreisen belasten auch die nach den Anschlägen aufgelegten Null-Zins-Finanzierungsprogramme die Erträge. Die großen US-Hersteller Ford und General Motors hatten die Programme aufgelegt, um die nach den Anschlägen die einbrechende Nachfrage wieder zu beleben. Die US-Tochter Chrysler des Konzerns DaimlerChrysler zog später mit ähnlichen Programmen nach. Analysten schätzen die Kosten für die Unternehmen dafür über die Vertragslaufzeit beim Autokauf auf 2000 bis 3000 Dollar pro Fahrzeug.

Schwacher Ausblick auf das vierte Quartal

Der Ausblick von Ford für die kommenden Monate lässt einen weiteren Druck auf die Ergebnisse des Konzerns erwarten. Ford rechnet nach eigenen Angaben damit, dass die Fahrzeugproduktion in Nordamerika im vierten Quartal um neun Prozent auf 965.000 Fahrzeuge sinken dürfte. Sinkende Produktionszahlen belasten bei US-Autoherstellern direkt das Ergebnis, da der Umsatz bei der Auslieferung an die Händler und nicht beim Verkauf verbucht wird.