IDS Scheer Ernüchterung nach Neunmonatszahlen

Das schwache Amerika-Geschäft drückt das Ergebnis. Die Hälfte der US-Stellen fällt weg.

Saarbrücken - IDS Scheer  will 2002 auch in den USA rentabel arbeiten. Dies kündigte das Unternehmen am Mittwoch nach Bekanntgabe der vorläufigen Neunmonatszahlen an. Nach einem rückläufigem operativen Ergebnis rechnet die im Nemax 50 notierte IDS Scheer für das Gesamtjahr bestenfalls mit einem Ergebnis auf Vorjahresniveau. Eine abgesagte Übernahme in den USA, notwendige Umorganisationen sowie die aktuelle Dollar-Schwäche hätten das Ergebnis belastet, hieß es weiter.

Schwäche im US-Geschäft setzt IDS zu

Seit dem zweiten Quartal habe das Unternehmen in den USA einen deutlichen Nachfragerückgang festgestellt, sagte Vorstandssprecher Helmut Kruppke. "Wir spüren die Verunsicherung in den Märkten." Ein Großteil der Dotcom-Firmen sei vom Markt verschwunden, erläuterte Kruppke. Das wirke sich vor allem im Beratungsgeschäft aus. Und es sei "nicht davon auszugehen, dass in den nächsten 12 bis 15 Monaten blühende Landschaften in den USA entstehen". Jetzt werde "Fett abgebaut".

Hälfte der US-Mitarbeiter verlieren ihre Stelle

Noch in diesem Jahr soll die Zahl der US-Mitarbeiter von ursprünglich mehr als 100 auf rund 50 reduziert werden. Dadurch entstünden zwar zusätzliche Kosten für Abfindungen, aber man gehe leichter ins neue Jahr. In den ersten neun Monaten habe die gescheiterte Bristlecone-Akquisition mit rund 0,5 Millionen Euro zu Buche geschlagen. Die Kosten der Umstrukturierung setzte Kruppke höher an, wollte aber keine Zahlen nennen. Die Bewertungsverluste durch die aktuelle Dollar-Schwäche schätzte er auf rund eine Million Dollar.

"Wenn wir die USA ausklammern, stellt sich das Auslandsgeschäft erstmals profitabel dar", betonte der zweite Vorstandssprecher Ferri Abolhassan vor den Analysten. Dann ergebe sich eine Ebit-Marge von rund zehn Prozent. Die Ebit-Marge gibt das Verhältnis vom Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) zum Umsatz wieder. Im ersten Halbjahr 2001 erwirtschaftete das Unternehmen die Hälfte seiner Umsätze im Ausland, davon 31 Prozent in Europa.

Rein rechnerisch ergibt sich aus den am Mittwoch vorgelegten Zahlen allerdings für das dritte Quartal ein Ebit von lediglich 1,9 Millionen Euro bei einer Ebit-Marge von 4,7 Prozent.

Seriöse Prognose für laufendes Quartal nicht möglich

Für das laufende Quartal sei eine "seriöse Prognose einfach nicht möglich", sagte Kruppke. Es sei aber nicht zu erwarten, dass das operative Ergebnis gesteigert werden könne. Er verwies auf die "hohe Liquidität" des Unternehmens, die mit rund 70 Millionen Euro zum Quartalsende angegeben wurde.

Der Umsatz sei in den ersten neun Monaten von 85,8 Millionen Euro auf 116 Millionen Euro geklettert, hieß es weiter. Das operative Ergebnis habe im Berichtszeitraum 6,4 Millionen Euro betragen. In den ersten neun Monaten des Jahres 2000 belief es sich auf neun Millionen Euro. Die endgültigen Zahlen sollen am 30. Oktober veröffentlicht werden.