FAG Kugelfischer Übernahmepoker entschieden

Der Lagerhersteller gibt auf und stimmt einer Übernahme durch den Konkurrenten INA zu.

Schweinfurt - Der Wälzlagerhersteller FAG Kugelfischer hat seinen Widerstand gegen die bisher als feindlich erachtete Übernahme durch die INA-Holding aufgegeben, nachdem diese die Offerte auf zwölf Euro je Aktie erhöht hat. Das Herzogenauracher Familienunternehmen habe zugesichert, FAG nicht zu zerschlagen und die Strategie beizubehalten, teilte das im M-Dax gelistete Unternehmen am Montag mit. die Aktie von FAG zog bis Mittag um knapp acht Prozent auf 11,87 Euro an.

Konzern mit 52.000 Mitarbeitern entsteht

FAG-Vorstandschef Uwe Loos und INA-Chef Jürgen Geißinger hatten das ganze Wochenende über in Frankfurt verhandelt. Wenn die FAG-Aktionäre entsprechend der Empfehlung des FAG-Vorstandes bis zum 22. Oktober ihre Anteile bei INA einreichen, entsteht Europas zweitgrößter Wälzlager-Konzern mit 52.000 Mitarbeitern und 6,5 Milliarden Euro Umsatz.

Der FAG-Vorstand hatte das erste Angebot von INA über elf Euro je Aktie zunächst als zu niedrig abgelehnt. Am Wochenende hatte FAG Kugelfischer aber die Suche nach einem so genannten "weißen Ritter" aufgegeben, der ein höheres Gegengebot abgeben sollte. Zuvor war ein Finanzinvestor wegen der schlechten Lage an den Börsen abgesprungen.

"Mit der Einigung schaffen wir die besten Voraussetzungen für eine partnerschaftliche, erfolgreiche Zusammenführung von INA und FAG", begründete INA-Geschäftsführer Geißinger die Aufstockung. Um FAG zu 100 Prozent zu übernehmen, müsste INA nun rund 735 Millionen Euro zahlen. Zunächst waren 670 Millionen Euro geboten worden. Als Untergrenze für eine Übernahme hatte der Konzern den Erwerb von 75 Prozent der Anteile genannt.

FAG: Eigenständigkeit bleibt gewahrt

INA habe dem FAG-Vorstand weit reichende Zusicherungen über den Bestand des Unternehmens gemacht, hieß es weiter. FAG bleibe ein eigenständiger Teilkonzern mit Sitz in Schweinfurt. Auch die Marke "FAG" soll es weiter geben. Im Sinne der Kontinuität werde INA von sich aus auch keine Vorstände von FAG austauschen. Die Strategie, sich auf lukrative Nischen und Spezialitäten in der Wälzlager-Branche zu konzentrieren, werde beibehalten.

Auch die im Frühjahr vereinbarte Partnerschaft mit der vorübergehend als "weißer Ritter" gehandelten japanischen NTN soll fortgeführt werden. "INA beabsichtigt keine Zerschlagung des FAG-Konzerns", hieß es weiter.

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