Lufthansa Ergebnis nicht zu halten

Jürgen Weber befürchtet rote Zahlen. Die Aktie rutscht ins Minus.

Brüssel - Lufthansa-Chef Jürgen Weber schließt nicht aus, dass mehrere große europäische Fluggesellschaften künftig nicht mehr eigenständig überleben können. "Die Zukunft wird zeigen, ob (die spanische) Iberia, (die niederländische) KLM und (die italienische) Alitalia allein überleben oder einer der (anderen) großen Airlines zugeschlagen werden", sagte Weber am Freitag am Rande einer Diskussionsveranstaltung der deutschen Tourismuswirtschaft in Brüssel.

"Ohne Beihilfen sollte es auf eine solche Konsolidierung herauslaufen", fügte der Chef der Lufthansa  hinzu. Daneben werde es aber auch weiterhin kleinere regionale Gesellschaften und Billiganbieter geben. Seine eigene Gesellschaft werde indes zu denen in Europa gehören, die sich eigenständig behaupten könnten. "Ich erwarte, dass in Europa die drei großen Fluggesellschaften Lufthansa, Air France und British Airways überleben werden.

Verlust befürchtet

"Die Lufthanseaten müssen alle Anstrengungen unternehmen, um überhaupt einen operativen Verlust zu vermeiden", fügte Weber hinzu. Das vor dem Terroranschlag in den USA angepeilte Ergebnis von 700 bis 750 Millionen Euro sei nicht mehr zu erreichen, sagte Weber. Er betonte außerdem erneut, dass es keine Beihilfen für ohnehin marode Fluggesellschaften geben dürfe.

Ausgliederung bei Logistiktochter

Die Logistiktochter Lufthansa Cargo hat unterdessen die Ausgliederung des Geschäftsbereichs Same Day angekündigt. Same Day solle im Januar 2002 eine selbstständige Tochtergesellschaft werden, sagte der Vorstandschef von LH Cargo, Jean-Peter Jansen, der "Financial Times Deutschland".

Der Bereich wickle die Schnelltransporte von Lufthansa Cargo ab. LH Cargo-Chef Jansen verspricht sich von dem Geschäft, das Umsätze im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich erziele, ein starkes Wachstum: "Ich peile ein dreistelliges Umsatzziel an."

Bereits Anfang Oktober habe LH Cargo die Abteilung für Charter-Frachtflüge, die sich um kurzfristig erteilte Transportaufträge kümmere, in die Selbstständigkeit entlassen. Die ausgegliederten Bereiche sollten sich möglichst unabhängig vom zyklischen Kerngeschäft entwickeln können. Jansen reagiere damit auch auf die derzeitige Krise in der Luftfahrtbranche, hieß es.

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