Allianz Wer quetscht hier wen?

Bekommen die Aktionäre der Allianz Leben eine Abfindung? Der Versicherungsriese schweigt.

München – Die Allianz (Kurswerte anzeigen) will sich nicht zu Spekulationen äußern, wonach das Unternehmen über ein Abfindungsangebot an die freien Aktionäre der Allianz Leben nachdenkt. "Wir kommentieren Marktgerüchte nicht", sagte ein Allianz-Sprecher am Freitag. Die Zeitung "Die Welt" hatte berichtet, dass die Allianz Spekulationen zufolge den freien Aktionären der Allianz-Leben, die etwa neun Prozent der Anteile halten, möglicherweise ein Abfindungsangebot von 1000 Euro je Aktie machen werde. Am Donnerstag lag der Kurs der Allianz Leben bei 560 Euro.

Der Versicherungskonzern erhält bekanntlich in Zusammenhang mit den Transaktionen rund um die Übernahme der Dresdner Bank von der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft deren 40,6 Prozent an der Allianz Leben. Mit Abschluss der Transaktion im Februar nächsten Jahres wird die Allianz dann etwa 91 Prozent an der Allianz Leben halten. Die Spekulationen über ein Abfindungsangebot stehen offenbar in Zusammenhang mit dem geplanten neuen Übernahmegesetz der Bundesregierung, das derzeit lediglich ein so genanntes "squeeze out" - also den Erwerb von Aktien auch gegen den Willen der Anteilseigner - bei einem Streubesitz von bis zu fünf Prozent vorsieht.

Da dieser Anteil bei der Allianz Leben derzeit jedoch bei rund neun Prozent liegt, müsste der Mutterkonzern beispielsweise bei einem Delisting den freien Aktionären unter Umständen ein direktes Übernahmeangebot machen.

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