Biodata Gingen Insider auf Nummer sicher?

Einen Tag vor der Gewinnwarnung sind die Umsätze explodiert. Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel will den Fall nun prüfen.

Lichtenfels - Die Aktie der Biodata AG ist nach einer Gewinn- und Umsatzwarnung am Freitag zeitweise um mehr als 50 Prozent gefallen. Der Anbieter von IT-Sicherheitslösungen werde im dritten Quartal 2001 bei Umsatz und Ertrag deutlich unter den Erwartungen bleiben, teilte der Vorstand am Freitag ad hoc mit.

Die Aktie brach nach dieser Mitteilung bei hohen Umsätzen kräftig ein. Ungewöhnlich hohe Volumina gab es allerdings auch schon einen Tag vor der Hiobsbotschaft. Bereits am Donnerstag wurde die Aktie rege gehandelt, obwohl es keine Meldungen zum Unternehmen gab.

Während auf dem Handelssystem Xetra in den letzten 30 Handelstagen durchschnittlich rund 680.000 Biodata-Aktien pro Tag gehandelt werden, stieg der Umsatz einen Tag vor der Gewinnwarnung auf knapp drei Millionen gehandelte Aktien. Gleichzeitig fiel die Aktie des Unternehmens deutlich - trotz des freundlichen Trends am Neuen Markt.

Auch Prüfung der Ad-hoc-Meldung

Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe) wird nun eine Voruntersuchung wegen des Verdachts auf Insiderhandel einleiten. Dies bestätigte BAWe-Sprecherin Regina Nößner gegenüber manager-magazin.de.

Das Amt ermittelt außerdem wegen eines möglichen Verstoßes gegen die ad-hoc-Regeln gegen das Unternehmen: Am 24. August 2000 hatte Biodata einen angeblichen Großauftrag in Australien gemeldet. Mit der Lieferung von bis zu 6000 Firewalls sollten 20 Millionen Euro Umsatz erzielt werden. Dieser Auftrag ist nicht zustande gekommen, teilte Biodata ebenfalls am heutigen Freitag lapidar mit.

Ceo Siekmann sagt Servus

Sollte hier ein Verstoß gegen die Publizitätspflicht nach Paragraph 15 des Wertpapierhandelsgesetzes vorliegen, droht dem Unternehmen ein Bußgeld. BAWe-Sprecherin Regina Nößner: "Die höchste Geldbuße, die wir verhängen können, liegt bei drei Millionen Mark." Die Voruntersuchungen wegen Verdachts auf Insiderhandel richten sich indessen nicht direkt gegen das Unternehmen.

Außerdem verlässt der Vorstandsvorsitzende von Biodata, Tan Siekmann, das Unternehmen. Nach vorläufigen Zahlen werde Biodata im dritten Quartal 2001 drei bis 3,5 Millionen Euro erlösen. Damit mache das Unternehmen deutlich weniger Umsatz als im Vorjahresquartal, als dieser bei rund 6,8 Millionen Euro gelegen hatte. Auch die Umsatz- und Ergebnisziele für das Gesamtjahr 2001 würden deutlich verfehlt.

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