EADS Auf Wachstumskurs

Der Luftfahrtkonzern legt trotz Konjunkturflaute zu. Airbus trägt zur guten Bilanz bei.

München/Amsterdam - Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS sieht sich nach hohen Wachstumsraten im ersten Halbjahr trotz der Konjunkturflaute weiter auf Wachstumskurs. Im laufenden Jahr werde der Konzern seine Ziele ohne Probleme erreichen und auch 2002 weiter wachsen, sagte EADS-Co-Chef Rainer Hertrich. Er kündigte zugleich einen Ausbau der transatlantischen Aktivitäten an.

"Die strategische Stoßrichtung geht ganz klar in Richtung USA", sagte Hertrich. Der Auftragsbestand von 185 Milliarden Euro ist laut EADS inzwischen der höchste in der weltweiten Luft-, Raumfahrt- und Rüstungsindustrie.

Im ersten Halbjahr sei der Umsatz um 33 Prozent auf 14 Milliarden Euro (27,4 Mrd DM) gestiegen, teilte EADS am Donnerstag in Amsterdam mit. Allerdings liegt ein guter Teil des Zuwachses an der erstmalig 100-prozentigen Einbeziehung von Airbus (bisher 80 Prozent). Der Auftragseingang wuchs von 24 auf 42,8 Milliarden Euro.

20 Prozent Wachstum angepeilt

Angesichts des Wachstums auch im Rüstungs- und Luftfahrtbereich bekräftigte der Konzern das für 2001 geplante Umsatzwachstum von 20 Prozent. Wenn der Dollar sein Niveau halte, werde das Ziel übertroffen. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten soll um 15 Prozent wachsen. Eine genaue Prognose für 2002 sei wegen der unsicheren Konjunkturlage nicht möglich, sagte Hertrich.

Umbau im Rüstungsbereich möglich

Hertrich deutete erstmals an, dass sich der Konzern im Rüstungsbereich von den Heeres- und Marineaktivitäten trennen könnte. Die Heeres- und Marineaktivitäten sollten in ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem Partner eingebracht werden. Insgesamt wolle der Konzern den Rüstungs-Anteil aber sowohl durch organisches Wachstum mit Programmen wie dem Militärtransporter A400 M als auch durch Akquisitionen ausbauen. Das Joint Venture der EADS mit der italienischen Alenia im Bereich der Kampfflugzeuge solle in jedem Fall in diesem Jahr unter Dach und Fach gebracht werden.

Airbus Umsatzträger

Derzeit macht EADS mehr als 60 Prozent des Geschäfts mit Airbus-Flugzeugen. Beim Gewinn ist der Anteil noch deutlich größer. Im ersten Halbjahr lieferte Airbus 162 Flugzeuge aus (Vorjahreszeitraum: 145). Die Netto-Neuaufträge stiegen von 234 auf 250 Stück. Allerdings profitierte der Konzern von der Luftfahrtmesse in Le Bourget im Juni, im zweiten Halbjahr werden weniger Neuaufträge erwartet. Der Auftragsbestand lag Ende Juni bei 1714 Flugzeugen.

Hertrich räumte ein, dass sich die wirtschaftliche Situation der Fluggesellschaften verschlechtert habe. Bei Sabena und TWA habe es Stornierungen gegeben, mit anderen Gesellschaften spreche EADS über Verschiebungen. Er rechne weiter mit einem langfristigen Wachstum von jährlich fünf Prozent in der zivilen Luftfahrt. EADS hatte am Dienstag angekündigt, für das Jahr 2003 werde nur noch mit der Auslieferung von rund 400 statt 450 Airbus-Flugzeugen gerechnet. 2001 sollen wie geplant rund 330 Airbus-Flugzeuge ausgeliefert werden.