Siemens Gerüchte um Gewinnwarnung

Die Aktie schüttelt Gerüchte um eine Gewinnwarnung ab. Technische Analysten betrachten die Kursentwicklung des Papiers allerdings mit Skepsis.

München - Nach Gerüchten um eine Gewinnwarnung haben die Aktien des Siemens-Konzerns am Donnerstag zeitweilig fünf Prozent verloren und waren auf den niedrigsten Stand seit anderthalb Jahren gefallen. Zum Nachmittag konnte das Papier seine Verluste abbauen und drehte bis 16.50 Uhr sogar leicht ins Plus.

Ein Siemens-Sprecher erklärte auf Anfrage von vwd, das Unternehmen kommentiere derartige Gerüchte nicht. Das Unternehmen werde seine Neun-Monats-Zahlen wie geplant am 25. Juli veröffentlichen. Über die angeschlagenen Geschäftsbereiche ICN und ICM hatte Siemens bereits früher informiert.

Börsenhändler hatten die Kursverluste der Siemens-Aktie im frühen Frankfurter Handel mit sich verdichtenden Gerüchten über eine bevorstehenden Gewinnwarnung des Unternehmens begründet. Diese Warnung werde über einzelne Geschäftsbereiche kommen, wurde spekuliert. Vor allem der ICM-Bereich wurde als potenzieller Auslöser genannt.

Siemens: Deutsche Bank erwartet geringere Gewinne

Die Analysten der Deutsche Bank hatten am Mittwoch die Erwartungen für den Gewinn je Aktie bei Siemens in 2001 auf 1,88 (2,45) Euro zurückgestuft. Als Grund gaben die Analysten die Herunterstufung von Infineon Technologies an, an der Siemens die Mehrheit hält. Reduziert wurde, wegen der Schwäche im Sektor Telekomausrüstung, auch die Prognose für Umsatz und Ebita im Geschäftsbereich Information und Kommunikation.

Technische Analysten sind skeptisch

Hinsichtlich des Aktienkurses äußerten sich Vertreter der technischen Analyse skeptisch: "Für Siemens gibt es keine signifikanten Unterstützungen mehr vor 54 Euro", sagt Markus Metz von Staud Research. Nach dem Durchbruch der 70-Euro-Marke habe sich ein großes Loch aufgetan, sagt Metz. Nach klassischer Chartanalyse gebe es erst ab 54 Euro und darunter wieder nennenswerte Auffanglinien.

Zusätzlich belastet wurde der Siemens-Kurs am Berichtstag von Nachrichten über einen Stellenabbau bei Nokia. Händler erklärten dazu, der Stellenabbau zeige, dass der Abschwung auf dem Netzwerkmarkt länger als erwartet andauere.

Etwas Erleichterung für den Kurs soll dagegen Händlern zufolge die Nachricht gebracht haben, dass Siemens gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner NEC einer der Hauptlieferanten für den Aufbau eines UMTS/3G-Netzes für den italienische Mobilfunkanbieter H3G SpA ist.

Angaben zum Volumen des Auftrags wollte Siemens auch auf Nachfrage nicht machen. Nach Einschätzung von Branchenkreisen erreicht die Bestellung aber einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag.

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